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malige Leinwand für eine Art des jetzigen Sortiments des Leinenhalten wollte. Jene wnrde in 87 Gangen verfertiget, wie Nach-richten und besonders das Urkundenbuch der Webergilde zuBielefeld beweiset; mithin war die Leinwand schmal. Es istüberdem bekannt, daß sie gröblich und eine Art von dem so-genannten Haus- oder Steinhäger Linnen gewesen ist, welchesseinen Namen von einem unweit Bielefeld belegenen DorfSteinhagen führt, wo diese Art Leinwand noch jetzt verfertigtwird.
Die Religionsbedrückungen, welche die Niederländer im16. und 17. Jahrhundert unter Philipp dem II. und seinenbeiden Nachfolgern erlitten und die häufigen Auswanderungender Eingebornen hatten Neraniassung gegeben, das; uns aus denNiederlanden, wo die Leinwandfabriken zu Antwerpen, Gentund Brügge blüheten, einige geschickte Fabrikanten zugeführtwurden, welche die Fabrikation der Schleine oder der nachhersogenannten klaren Leinwand einführten. Diese schien hier aufihren eigenen Grund und Boden verpflanzt zu sein, weil siedas feinste und beste Garn hier vorfand. Sie gewann in kurzerZeit einen unglaublichen Fortgang, zumal da die Stadt Biele-feld mit gänzlicher Hintansetzung des vorherigen Malzhandels-die Leindwandfabrikation und Handlung zu betreiben anfing.
In der Mitte des 17. Jahrhunderts bestand schon dieWebergilde zu Bielefeld aus 180 Meistern und 78 bis 80Gesellen und die Fabrikation nahm auch auf dem platten Landeso schnelle Fortschritte, daß die Eifersucht der städtischen da-gegen rege wurde.
Bisher war fast alle Leinwand auf den Bleichen zu Wa-rendorf, Rheda und Lippstadt geweißt worden, außer das; zuHerford besonders die dort verfertigte oder eingekanfte Leinwandgebleicht wurde. Nun aber kamen schon in der ersten Hälftedes vorigen Jahrhunderts sowohl in als vor der Stadt Biele-feld Bleichanlagen zu stände, die zur Beförderung der Fa-brikation und Handlung sehr vieles beitrugen, ob sie gleich nochnicht hinlänglich waren, alle in der Gegend von Bielefeld ver-fertigte Leinwand zu bleichen.
In diesem eben beschriebenen Zustande fand der große Ehnr-fürst, Friedrich Wilhelm, die Leinwandfabrikativn und Handlungder Grafschaft Ravensberg, deren alleinige Regierung er durchden mit Pfalz-Neuburg zu Düsseldorf unterm 8. April 1647geschlossenen Vergleich erlangt hatte. Dieser weise Fürst, dernoch in dem gedachten Jahre seine westfälischen Länder besuchte,sah gleich die herrlichen Anlagen zu einer noch wichtigeren Lein-