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ben sind, die uns das beseelte frohe Leben jener Zeit in hundertsinnigen und rührenden Schilderungen darstellen? Des Geredesüber Faustrecht und Feudalismus wird doch kein Ende; es ist,als ob die Gegenwart gar kein Elend und Unrecht zu duldenhätte oder neben den Leiden der damaligen Menschen gar keineFreuden möglich gewesen wären. Hier blos das Rechtsverhält-nis berührend, glaube ich, die Hörigkeit und Knechtschaft derVergangenheit war in vielem leichter und liebreicher als dasgedrückte Dasein unserer Bauern und Fabrikarbeiter." Wir müs-sen schließen, denn Jacob Grimm zeigt sich in dem folgendenals ein Socialdemokrat in optima t'orma und zwar vom Stand-punkte des gelehrten Forschers aus, der um so gefährlicher wäre,wenn wir nicht wüßten, daß diese Worte aus dem Jahre 1828stammten, jener Zeit, die zu den trüben unseres Vaterlandesgehört.
Im großen und ganzen können wir von unserer Grafschaftsagen, daß sie von den dunklen Seiten der Vergangenheit, vonder Leibeigenschaft und den Hexenprozessen weniger betroffenwurde als andere Gegenden. Der Kampf ums Dasein war undist zu allen Zeiten ein schwerer; vielleicht zeigt er sich heutebei dem Arbeiterstande drückender, beim Bauern und seinenKöttern aber ist er stets ein verhältnismäßig leichterer gewesen,denn die Nahrung und zum teil auch Kleidung wächst ihnen zuund selbst die Weber haben, da sie nebenher Ackerbau treiben,Ebbe und Flut der Industrie nicht allzuhart empfunden.
Auf dem Boden wirtschaftlicher Verhältnisse befinden wiruns zur Zeit in einem Uebergangsstadium, sagen mir offen ineiner Notlage. Dem Handwerker erscheint die Vergangenheit ineinem rosigen Lichte, er sehnt sich nach den Zeiten der Zünfteund Innungen zurück; der Fabrikarbeiter, der neue Stand des10. Jahrhunderts, will eine bessere Existenz und, da alle seufzen,mag auch der Landmann, der bestgestellte von ihnen, nicht derletzte sein.
Nur einmal überschritt der Fabrikarbeiterstand Bielefeldsdie gesetzlichen Bahnen bei Gelegenheit eines Streikes. Er trotzteder Polizeigewalt und die Folge war, daß, es war im Früh-jahr 1885, der Belagerungszustand über die Stadt verhängt,wodurch dann freilich die Ordnung aber zum Nachteil des Ge-snmtwesens wieder hergestellt wurde.
Gestöhnt wurde zu allen Zeiten. Früher verhallten dieWünsche, heute aber tönen sie unisono und die Presse macht sieknud, das ist wohl einer der Hauptunlerschiede zwischen der so-genannten guten alten und der neuen Zeit, auch sind an die