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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
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Stelle des Einzelnstehenden die Vereine getreten, die sich Gel-tung zu verschaffen missen, gerade so wie unser Vaterland nachdem Jahre 70 im Concerto der Völker durch seine Einheit einemächtigere, durchschlagendere Stimme errang.

Wir haben hier schließlich auch jenes Standes zu gedenken,der im Mittelalter und selbst noch in den späteren Jahrhunder-ten eine hervorragende Rolle spielte; wir meinen den Adel.Daß besonders unter den Herzögen und Brandenburgern seineMacht sich verlieren mußte, liegt ans der Hand. Schießpulver,Fürsten- und Bürgertum drängten die Geschlechter aus deinVordergrund, doch reagierten viele wie die Sickingen, Berlichingenund die Padbergs, Busches und Quernheims im östlichen West-falen gegen das neue Zeitalter. Ein Busche war es, der denBischof von Osnabrück gefangen nahm und dann ihm einenFehdebrief einhändigen ließ, ein Hilmar von Quernheim abertrotzte noch im 16. Jahrhundert dem Bischöfe von Minden. Wirsehen dann allmählich den Adel in die Dienste der Fürsten tre-ten; der Offizier- und Beamtenstand zeigen seine Rinnen auf.

Nur hier und da hielten einzelne an ihrer junkerlichenSelbstherrlichkeit fest, wie wir solches, Seite 158, an einemFreiherrn von Hörde auf Milse bemerkten, der, weil er sichSauvegardebriefe von den Marschällen Eströs und Eontades er-wirkt hatte, sich nicht an den Contributionsgeldern beteiligenwollte. Sein späteres Verhalten gab zu großen Klagen Veran-lassung und es sah sich der König genötigt, ihn nach Marien-water, einem Kloster bei Kleve, gewissermaßen zu verbannen.Aber wie ihn dahinbringen? Der damalige Richter in Bielefelderhielt dazu den Auftrag. Ein Wagen rollte vor die Wasserfesteund ein Diener lud den Besitzer in höflicher Weise nach Biele-feld. Ein Wunder war es, daß er folgte und ein zweites, daßer sich still verhielt, als im verschlossenen Gefährt der Begleiterihm ein Schreiben des Richters überreichte, das in fast flehend-lichen Ausdrücken den Ueberlisteten bat, sich nicht an harmlosen,nur ihre Pflicht erfüllenden Menschen zu vergreifen. Herr vonHörde wurde glücklich in Marienwater abgeliefert, allein errückte bereits nach einigen Tagen aus und tauchte in Westfalenwieder auf, fortan ein Schreiben nach dem andern an den Kö-nig richtend, daß er bei Beschlagnahme seiner Güter verhungernmüsse. Die Antworten lauten: „Es kann das Gesuch nicht statt-finden, sondern der von Hörde muß, wenn er alimentiert seinwill, sich wieder nach Kloster Marienwater begeben, den 19.Map 1778." „Unfern gnädigen Gruß zuvor, Wohlgebohrenerlieber Getreuer etc. Wir ertheilen Euch zur Resolution, daß