berg in ihre Gewalt. Kaum waren die Vögel im Neste, sowurde dies Land, sonderlich aber die Protestanten, recht heim-gesucht. Tilly zerstreute auch 1626 die Völker, welche dielästigen Spanier vertreiben wollten. Viele Bauern mußtenNasen und Ohren lassen, den ravensbergischen Edelleuten aber wurdendie Geldbeutel gefegt. Wie schlecht es sonst um die gute Nach-barschaft gestanden, solches kann die Collegiatkirche bezeugen.Die Spanier trugen kein Bedenken, einmal mitten unter demGottesdienste in die Kirche vom Sparenberge herab zu schießen,da denn durch eine Falconetkugel eine Frauensperson auf derStelle getötet, ein Mann aber sehr beschädigt worden."
Die oben angedeutete List soll in folgendem bestanden haben.Es hätten, so erzählte man, die Kaiserlichen in der Stadt sichholländische Uniformen verschafft, in diese ihre Soldaten gestecktund vor die Burg gesandt, deren Besatzung sich dadurch dannhabe täuschen und bewegen lassen, die Thore zu öffnen, weil siegeglaubt, ihre Kameraden würden verfolgt. Demnach müßtealso im Jahre 1625 in der That Stadt und Burg noch ein-mal in die Hand des Churfürsten von Brandenburg gefallensein und Caspar Schneider erzählt auch in seiner Beschreibung desSachsenlandes, Herzog Christian von Braunschweig habe sich indem genannten Jahre Bielefelds bemächtigt. Ist dies der Fall,so wäre die List möglich, aber dann jene oben berichtete That-sache von der Belagerung der Burg seitens der Land-leute, die in die Jahre 1624 oder 25 verlegt ist, anfechtbar.Wir würden daher mehr geneigt sein, anzunehmen, daß dieEroberung der Stadt und der Burg seitens des Braunschweigers,berichtet von Caspar Schneider, ein Irrtum des letzteren ist, einMythus, dem man die Art der kurz zuvor stattgefundenen Er-oberung Bielefelds durch den General von Gent zugesellt hat.Wir sehen in den zwanziger Jahren die Burg fast ausschließ-lich im Besitze Tillys und erst am 2. April 1631 erhielt derOberst Blankhart, der in der Feste kommandierte, den Befehl,zur Belagerung nach Magdeburg abzuziehen, welchen dieser, nachdemer die Brunnen zum teil zugeworfen und die von Viri erbauteMondschanze zerstört, auch andere Werke hatte schleifen lassen,zum Jubel der Protestanten ausführte.
Es hört sich fast wie ein Hohn an, wenn in diesenschweren Zeitläuften der Herzog Georg von Braunschweig 1631an die Stadt schreibt, sich mit den Feinden in keiner Weiseeinzulaffen, ihnen weder Proviant noch Geldvorschub zu leisten,sondern sich allein auf den Beistand des niedersächsischen Kreiseszu stützen, worauf die Stadt dann erwidern mußte, sie gehöre