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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
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zum niederrheinischen Kreise und stehe unter dem Schutze vonBrandenburg und Pfalz-Neuburg.

Um die Mitte der dreißiger Jahre brach für Ravensbergaufs Neue der Schrecken des Krieges herein. Schweden, Hessenund die diesen feindlichen Kaiserlichen stritten sich umden Besitz der Burg und des Landes. Im Jahre 1632stand ein Heer der letzteren von 42 Regimentern unter demGeneral von Vehlen auf der Schiidescher Haide, während inden Wehrkämpen bei Herford die Schweden und Hessen unterLeslie lagen. Sechs Wochen dauerte das Kriegsgetümmel, ohnedaß eine Entscheidung fiel; endlich verzogen sich die Heere, Pestund Teurung hinterlassend, an welcher in Bielefeld 600, in derGrafschaft aber gegen 2000 Menschen starben. Damals lag dasLand schwer darnieder und glich fast einer Wüstenei.

Im Jahre 1637 sehen wir die Hessen in Burg undStadt, 1639 aber den General Vehlen, welcher die vonBlankhard zerstörten Werke Herstellen läßt, so daß derSparenberg wieder in alter Weise auf die Stadt herniederschaute und niit ihr vereint dem Feinde trotzen konnte.

Noch einmal sollte Ravensberg im dreißigjährigen Kriegedie Schrecken desselben erfahren. Es war dies im Jahre 1642,als die französische und hessische Armee unter dem General deGabrion die Grafschaft durchzog und dieselbe mit einem Corpsbesetzt hielt. Die Soldateska soll damals schrecklich gehauset unddas, was der langjährige Krieg noch übrig gelassen, vernichtethaben. Endlich aber schlug dann für das uiedergebeugte Landdie Stunde der Befreiung. Der große Churfürst, der seit 1640Georg Wilhelm gefolgt war, wurde im Jahre 1647 Allein-besitzer.

Hoffnungsvoll schaute die arg darniederliegende Grafschaftnun in die Zukunft. Wohin man sah, herrschte Jammer und Elend.Die Höfe waren verwüstet und des Viehes beraubt; die Aeckerlagen wüste und die Bewohner glichen Hungergestalten. DiesJahr den 9. Mai (1636), heißt es in dem Kirchenbuche vonJöllenbeck, da kaiserlich Lager für Bielfeld gelegen, siend allieseil von der Dauff, Ur und Klocken hinwech gienommen undallie Zieratt aus der Kerken gieraubet.

Der Pastor Johann Lohmann in Steinhagen aber begrüßtekurz nach dem Kriege deit großen Churfürsten, der seine Graf-schaft besuchte, in seiner Verlegenheit mit dem zutreffenden Verse: