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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
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doch steht dies nicht unumstößlich fest, insonderheit aber imWiderspruche mit nachfolgender Thatsache.

Die Meinung nämlich, daß der Besitz der Sparrenburgseitens der Katholiken unter Tilly nicht allein die äußere Frei-heit, Hab und Gut bedrohe, sondern auch dem Bestände derReligion gefährlich sei, veranlaßte die Bauern des Landes, zurSelbsthilfe zu schreiten. Sie scharten sich unter ihren Edelingen,den Cloister zu Patthorst, Ledebur - Kettler und Rembert vonKerssenbroich, um das Schloß 1625 zu stürmen, das damalsgerade von den Spaniern besetzt war. Man fing, als der ersteAnlauf nicht gelang, eine förmliche Belagerung an, wurde aberdabei von dem heraneilenden Tilly überrascht und zerstreut.Noch einmal begegnen wir in der Geschichte des ravensbergerLandes einem ähnlichen Aufstande. Es war dies etwa 200Jahre später unter der Herrschaft der Franzosen, als die jungeMannschaft des Landes, sich weigernd, unter Jerome zu dienen,sich zusammenrottete, um Bielefeld zu stürmen. Auch damals wur-den sie von herbeieilendem Militär zerstreut. Den Bauern vomJahre 1625 aber sollte es schlimmer ergehen als den Rekrutender späteren Zeit. Tilly ließ den Eingefangenen Nasen undOhren abschneiden, den Gograf von Kerssenbroich aber in einVerließ des Sparenberges setzen, in welchem er ein Jahr undsechs Wochen zubringen mußte, warauf er dann, nachdem erein Lösegeld von 6000 Thalern gezahlt hatte, acht Tage nachseiner Befreiung, infolge seiner Leiden, auf seinem Hause Brinkestarb. Diese Thatsache wurde dem Historiker Alemann, welcher1726 als Amtsschreiber zum Sparenberg starb, von dem Enkeldes Kerssenbroich erzählt, nämlich, „daß sein Großvater, derselige Herr Rembert, so Gograf des Amtes Sparenberg gewesen,anno 1624 oder 25, sammt dem Herrn Cloister zu Patthorst,von Ledebur-Kettler zu Werburg und ein Haufen Bauern denSparenberg belagert hätten, um die Hispanier davon zu ver-treiben. Es wäre aber unglücklich verlausen, denn der kaiserlicheGeneral Tilly hätte sie weggeschlagen und den GefangenenNasen nnd Ohren abgeschnitten, seinen Großvater aber nach demSparenberg gebracht und ihn ein Jahr und 6 Wochen darauf be-halten, bis er sich mit 6000 Thalern ranzioniert habe. AchtTage nach seiner Entlassung wäre er auf seinem Gute Brinkeverstorben."

Auch Hagdorn berichtet über dies Ereignis und zwar:

„Es brachten 1626, wo nicht eher, die Spanier undKaiserlichen bei Anwendung einer sonderbaren List den Sparen-