Diese Thatsachen beweisen, welchen Einfluß der Besitz 1)es Sparen-berges auch auf die Angelegenheit der Stadt ausübte. DieNeustädter Kirche geriet erst später in die Hände der Evange-lischen zurück, und es läßt sich also nicht leugnen, daß die An-kunft der Schweden in unserer Gegend dem übermächtigen Fort-schritte des Katholicismus ein Ende machte, welche Thatsachesich im deutschen Vaterlande überall wiederholte. Möchte, dasist unser Wunsch, eine solche Zeit nie wiederkehren, in der Be-wohner einer Stadt sich so feindlich wie damals und ausreligiösen Gründen einander gegenüber standen!
Kampschulte, der in seiner verdienstlichen, wenn auch nichtobjektiv gehaltenen Geschichte der Einführung des Protestantis-mus in Westfalen über unsere Stadtverhältnisse redet, sagt:
„Die katholische Partei sah es natürlich nicht ungern,daß kaiserliche Truppen den Sparenberg bei Bielefeld besetzten,wie es ihrerseits die Protestanten mit dem größten Jubel ver-nahmen, daß die zwei lutherischen Prätendenten sich dem Kaisergegenüber geeinigt hatten. Der Ausgang gab den Protestantendie Oberhand, und sogar auch der Sparenberg fiel durch Liftin die Hände der Bielefelder. Jetzt wurden viele Katholikenaus der Stadt vertrieben und der Dechant nebst den katholischenHonoratioren sogar des Verrates bezichtigt."
Es ist nun freilich nicht zu ersehen, welchen Vorgang derobengenannte Verfasser im Auge hatte, wenn er erzählt, daßder Sparenberg durch List den Bielefeldern in die Hände fiel;uns ist ein solcher nicht bekannt geworden, doch gibt seineBemerkung uns ein Bild, wenn auch kein genaues, damaligerZeit. Jedenfalls aber dürfen wir ihm den Mangel an Zu-verlässigkeit, mit welchem er den Reformator unserer Stadt,den tapfern Hamelmann, bedenkt, hier zurückgeben.
Die Folge der Ereignisse wird dies beweisen.
Im Jahre 1623 hatte der Graf Johann von Rietbergsich der Burg und Stadt bemächtigt. Zwei Jahre später erschiennun der holländische General Otto von Gent vor Bielefeld undnahm diese Stadt im Juni durch List, indem er an einemMarkttage etliche Soldaten, als Bauernfrauen verkleidet, in denOrt sandte, die ihm dann nächtlicher Weile die Thore öffneten.Als er aber den Sparenberg zu belagern anfing, erschien plötz-lich Tillp auf dem Plane, besetzte die Burg und vertrieb dieHolländer selbst aus der Stadt, die er dann von dem tapferenVertheidiger Gesekes, dem General von Erwitte, belegen ließ.
Zwar wird nun berichtet, daß Georg Wilhelm imJahre 1625 noch einmal in Besitz der Stadt gekommen sei,
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