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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
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Fest- und Sonntagen 4 bis 5 Röcke, deren Falten, wenn derPutz vollkommen sein soll, in gerader Linie herabfallen müssen.An den gewöhnlichen Arbeitstagen besteht der Anzug der Frauenin kattunenen Jacken und rote» Röcken von Boie. Ihre Hem-den sind ohne Aermeln, statt welcher ein Oberhemd von feinerLeinewand getragen wird, welches bis über die Hüfte reichtund unter dem Kinn mit einer großen silbernen, platten undrunden Schnalle zugeheftet wird. Ihre alltäglichen Mützen sindbunt und mit einer zitsenen oder kattunenen Stirnbinde versehen.Einen nicht geringen Aufwand aber machen sie durch die Becn-steinkorallen, die sie an einem Bande um den Hals trageil undwelche oft 30 und mehrere Thaler koste».

Bei Heiraten folgen sie selten dem Drange der Liebesondern dem äußeren Vorteil. Ein Freiwerber bringt alles inOrdnung. Ist mau soweit einig, dann werden die beiderseitigenFelder besehen und die Hochzeit bestimmt, wobei die Mitgiftund der sogenannte Brautwagen je nach der Größe des Hofes,von welchen: die Braut stammt, geordnet wird. Zu einem solchengehört gewöhnlich ein neuer Kleiverschrank, ein Koffer, eineBettstelle, eine Anricht, Zuber, Butterfaß und ein vollständigesBett. Das Uebrige entscheidet der vorläufige Kontrakt der bei-derseitigen Unterhändler. Am Hochzeitstage wird die Braut oderder Bräutigam unter Begleitung der Nachbarn zu Pferde nachdem Hofe gebracht, auf welchen: beide wohnen sollen. Einervon den Begleitern reitet voran und fragt bei dem Hofherr» an,ob die Braut (der Bräutigam) willkommen sei. Wird die Fragemit Ja beantwortet, so zieht das Brautpaar unter lauten: Ju-belgeschrei, unter Musik und auch wohl Abfeuerung von Schieß-gewehren auf den Hof.

Zur Hochzeit werden alle Anverwandte, Nachbarn undBekannte unter lächerlichen Ceremonien und Formeln eingeladen.Die Gäste finden sich am Hochzeittage früh gegen 9 Uhr einund bringen dein Brautpaar Burter, Semmel und Hühner zumGeschenk. Hierauf wird das Frühstück gereicht. Um 2 Uhr nach-mittags wird dann Tafel gehalten, bei welcher der Bräutigamseiner Braut und den übrigen Gästen aufwartet und am Abendder Braut von den anwesenden Frauen die Frauenmütze auf-gesetzt.

Nach Endigung dieser Ceremonie überträgt der Bräutigameinen: andern die Aufwartung und fängt mit der Braut denTanz an. Während desselben macht jeder Gast den: neuen Ehe-paar ein willkürliches Geschenk an Geld, welches jedoch sorg-