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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
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wurden aber durch die allzugroße Menge endlich übermannt,daß ihrer 6000 auf der Wahlstatt blieben, die andern indie Sümpfe und in die Weser gejagt und der Rest von die-sem streitbaren Volke unter alle Winde zerstreut."

Graf Ludwig, welcher sich in dem Kampfe ausgezeichnethatte, erhielt 15 Freigüter des eroberten Landes, und es isthöchst wahrscheinlich, daß bei Altenesch auch Bielefelder mit-stritten.

Im Jahre 1244 verkaufte der Graf seine Barmer Höfeau den Grafen von Berg, wie die Urkunde beweist: „Ich Lud-wig, Graf zu Ravensberg, thue kund und zu wissen allen, de-nen dies zu Gesicht kommt, daß nur verzichten auf die Höfe zuBarmen, die wir dem Herrn Herzog von Limburg und Bergverkauft haben." Mit dein Tode des Grafen Otto gelangteLudwig 1244 iu den vollen Besitz der alten Herrschaft, mußteaber niit den Tecklenburgeru, welche Erbansprüche machten, dadie Tochter des Grafen Otto, Jutta, mit einen- verstorbenenSohne dieses Hauses verheiratet gewesen war, streiten, wasso unglücklich geschah, daß er 1245 in die Gefangenschaftseiner Feinde geriet, aus welcher ihn erst die Vermittlung desBischofs Engelbert von Osnabrück befreiete.

Graf Ludwig war zweimal verheiratet. Seine erste Ge-mahlin hieß Gertrud von Lippe, die zweite aber, Adelheid, wareine Gräfin von Natzeburg.

Wir können diesen Grafen, der etiva 1249 starb, getrostals den Gründer Bielefelds ansehn, wenigstens legte er denGrund zur Entfaltung der Banerschaften. Durch den Erwerbdes Johannisberges mit dem vorliegenden sumpfigen Walde mardie Bildung der Neustadt möglich geworden. Die Altstadt be-saß damals uur eine Kapelle, in welcher der Pfarrer von Hee-pen zuweilen Gottesdienst hielt, obwohl die Bewohner gehaltenwaren, für gewöhnlich zur Kirche des genannten Dorfes zu gehen.

Hier schaffte der Graf ebenfalls Wandel. Er ward nichtmüde, seinen Schwager, den Bischof Bernhard van Paderborn,auzugehn, seine Altstadt Bielefeld von der Heeper Mutterkirchezu trennen und die Filiale zur Selbstständigkeit zu erheben. ImJahre 1236 kan- er in der That zun- Ziele. Gegen die Ent-richtung eines jährlichen Obulus an den Altar zu Heepen fürjeden Bewohner der neuen Gemeinde wurde diese frei.

„Anno 1236", heißt es in dem Heeper Kirchenbuchs, „isde Kerke sünte Nikolaus up der Oldenstadt Bilveldc affgesündertvon der Kerken tho Heepen mit Vulborde des hochwürdigen inGodt Biscop Bernhard tho Paderbornen."