22 8S-
jedoch anzugeben, wo dieser gelegen habe, und spätere Schrift-steller, besonders Schalen, erzählen dann weiter, es hätte derBerg auf einem Gebiete gelegen, das vom Grafen Hermannvon Ravensberg als sein Eigentum beansprucht worden sei.Dieser habe dann die Feste 1179 gestürmt, die lippischen Zei-chen, Rose oder Löwe, entfernt und seine roten Sparren imsilbernen Felde eingesetzt. .Intsrim Vorirlmräns cts InpM mon-tsin bsuck jnoenl Mtolckm, gimm u I^sonis m'Zno turni im-posito, I^ovrsndui'ANm ckixsro, prnsmnnit, 8X oogus cm8trototam IVtzLtpImtinm inlsstnt, sagt Schalen in seinen nnnolilnmk!>(l8I'1>OINSV8j8.
Ob aber damals Stadt und Burg auf strittigem Gebietegelegen haben, ist nicht zu entscheiden. Sicher ist, daßschon die Errichtung einer Feste an der Grenze, damals oft alsein Kriegsfall angesehn ward. Wurden doch die Lipper, als siegegen Paderborn den Falkenstein bauten, von dem Bischöfe ge-zwungen, ihm das Mitbesetzungsrecht zu geben, und es läßt sichannehmen, daß Graf Hermann dieses ebenfalls, aber vergeblich,verlangte; später aber, als die Macht Bernhards mit der seinesHerrn sank, wird er sich in Besitz des Bergschlosses gesetzt ha-ben. Es ist sogar nicht unwahrscheinlich, daß Burg und Stadtsich auf welftschem Gebiete erhob, denn wir finden Heinrich denLöwen in ganz Westfalen begütert, soll doch auch Enger ihmgehört haben.*)
Nach seinem Falle aber konnten sich seine Gegner berei-chern und Graf Hermann ließ sich gewiß diese Gelegenheit nichtentgehen, sein Land am Osning hin zu erweitern. Enger aber,das der Welfe seinem Anhänger Bernhard schenkte, verbliebvorläufig den Lippern, bis es 1320 einem Grafen Simon ent-rissen wurde.
Wir finden unfern Grafen Hermann in den verschieden-sten Urkunden als Zeugen auftreten, so im Jahre 1180 in einercorveischen, 1181 in solchen der Klöster Obernkirchen und Langen-horst, 1185 Marienfeld und Wedinghausen, 1189 Liesborn, 1195Osethe, 1200 Flarsheim und 1217 Kappenberg. Außerdem tref-fen wir ihn vielfach in Dokumenten erwähnt, die eine Bestäti-gung seiner Rechte enthalten.
Im Jahre 1207 geriet er in die Gefangenschaft seineswestlichen Nachbarn, des Grafen von Tecklenburg, die eineschwere gewesen sein muß, denn die Feindschaft setzte sich nach
*) Sehr bezeichnend ist zum Beispiel auch die Errichtung einer RavcnS-berger Grenzfeste gegen Münster, welche in einer Urkunde von 1337 vomGrafen Bernhard ,Uppenhalse' genannt wurde.