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scheinlichkeit der Ableitung von dem Ausdrucke „ruwe oder roh"spricht ein ähnlicher Fall der Namengebung eines Schlosses imHunsrück. Die Raugrafen, welche zwischen Mosel und Nahe ihrRaubritterwesen trieben, erbauten sich auf einem Berge eineFeste, welche vom Volke allgemach die Ravensburg genanntwurde.
Die Grafen von Kalverlage, welche das Flachland ander Vechta mit den sonnigen Höhen des Osning gewiß gern ver-tauschten, mochten sich nach einem festen Halt in dem eben er-worbenen Lande umsehen und da fielen ihre Blicke auf die„ruwe Borg," von der aus sie den Blick auf das Gebirge undins weite Flachland genießen konnten. So entwickelte sich aufdem langgezogenen Vorberge des Osning eine mächtige Feste,und Otto I., der dritte in der Reihe der Kalverlager Dynasten,nannte sich nach ihr Graf von Ravensburg. Dieses neue Ge-schlecht war, wie uns die mannigfaltigsten Urkunden Mitteilen,nicht allein in Westfalen begütert, es hatte Besitzungen in Hol-stein, Dänemark, Ostfriesland, konnte sogar 1244 Höfe imWuppertale an den Grafen von Berg verkaufen und war außer-dem im Stedingerlande begütert; doch währte dieser Reich-tum nicht lange. Wir sehen, daß die letzten Grafen dieserDynastie stets in Geldnot sind und eine Besitzung nach der an-dern verpfänden und abtreten müssen, bis zuletzt nur noch dasStammland Ravensberg, und auch dieses tief verschuldet, übrigbleibt. Einem raschen Hervortreten des Hauses folgte ein ebenso schnelles Sinken, einer schnellen Blütezeit ein baldiges Aus-sterben.
Hermann I.
Die Heirat der Ethelinde, wodurch er ein Schwager desGrafen von Arnsberg-Werl wurde und mit diesem sich in diezahlreichen Güter des Schwiegervaters, Otto von Nordheim, teilenkonnte, scheint die Machtverhältnisse dieses Kalverlager Dynastensehr erweitert zu haben, wenngleich die Teilung der Erbschaftmit dem Arnsberger eine seltsame Verzettelung ausweist; dennjedenfalls fiel damals Urentrup bei Bielefeld an den letzteren,wie eine Schenkungsurkunde von 1206, in welcher dieser Hofan das Kloster Marienfeld übertragen wird, darthut, währenddie Calverlager in vielen Teilen Westfalens, so auch in Bar-men als begütert sich erweisen.
Um 1096 bezeugt Graf Hermann mit seinem VetterEberhard Kahle, daß die Nonne Demond ihren Hof zu Wal-leubrück, die Kahlenwelle genannt, dem Bischof Wido von Os-
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