Adalger, aber auch in denen der anderen Edclinge als Haupt-besitzer sich zeigen.
Sollte dies nicht etwa zusammenhängen mit der Heiratder Ethelinde und mit der Feindschaft der Sachsen gegen Heinrichden Vierten und dessen Freund, den Osnabrücker Benno? Dermächtige Schwiegervater verhalf den Kalverlagern jedenfalls zurGewinnung der Grafschaft, und als nach dem Sachsen-krieg Heinrich der Fünfte mit mächtiger Hand herrschte,wußte der neue Graf am Osning klug cinzulenken und durch dieErhaltung der Gunst des Kaisers seine Besitzungen, die ihm soleicht zu teil geworden waren, sich zu sichern. Die Bedeutung die-ser neuen Dynasten aber stieg noch mehr, als sie die Sache Lo-thars des Sachsen ruhmvoll verteidigten, und um die Mitte des12. Jahrhunderts wurden sie sogar in Urkunden Fürsten ge-nannt.
Später jedoch nahm die Macht der Grafen von Ravens-berg wieder ab; zum teil wohl dadurch veranlaßt, daß dieseDynasten ihr kleines Reich unter ihre Erben verteilten, die teck-lenburger Herren aber emporkamen und ihre Nachbarn nieder-hielten.
Erst im zwölften Jahrhundert begannen die Adeligen sichGeschlechtsnamen beizulegen und zwar meist nach der Benennungeiner Hauptburg oder ihres Stammsitzes. Die obengenanntenGrafen der osnabrückischen Umlande hatten, wie wir gesehenhaben, nur einfache Namen, aber schon ihre Nachfolger tratenmit einer dynastischen Bezeichnung auf. Noch nennen sie sichnach ihrem ersten Sitze an der Vechte, von Kalverlage, dochschon unter den nächsten Nachfolgern des oben genannten Her-mann ist die Bezeichnung von „Ravensberg" geltend.
Es ist wahrscheinlich, daß der Graf Adalger, dessen wiroben als des Besitzers der Territorialhoheit über die Umgegendvon Borgholzhausen, Versmold und Halle erwähnten, und derdem freien Gerichte, welches in der Nähe des zweitgenannteuOrtes (irrst nnilium) periodisch stattgcfunden haben muß, Vor-stand, auf dem so nahe gelegenen Bärenberge ein festes Hausoder eine Warte besaß. Diese mochte im Munde des Volkes,weil sie sehr plump erbaut war, die „ruwe Borg" genanntwerden, aus welcher Bezeichnung allmählich Ravensburg hervor-ging. Die Behauptung, es hätten in alter Zeit drei adeligeSchwestern, Navcna, Jda und Tekla, gelebt, von welchen dieFesten Ravensberg, Iburg und Tecklenburg erbaut seien, klingtzu sagenhaft, nicht minder aber ist dies auch die Annahme, eingewisser Navo habe die erste Burg errichtet. Mir die Wahr-