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bandelt, dem deutschen Liede eine Freistatt zu erhalten, woran auchSie, wie wir Alle, Ihre Lust hatten, so werden Sie, falls Sie nocheinlenkcn können, Ihren Beistand dem nicht versagen, der Heuer daslecke Schiff zu steuern übernehmen müssen; wenn nicht, so wollenwir darum nicht Feinde werden.*) Das Neckische ist, daß ich eben,wie der Sturm sich erhob, bemüht war, Ihnen ein Pfand meinerachtungsvollen Zuneigung zukommen zu lassen**), und andrerseitsSie bitten wollte, der ersten Manuskript-Sendung wo möglich einezweite folgen zu lasten, da die Noth um Raum, die gewöhnlich ein-tritt, sich in die umgekehrte verwandelt hat.
Aber ich schreibe Ihnen noch im Tone, den ich vor drei Jah-ren anschlagen wollte, als ich Sie aus ihren ersten Gedichten erkannteund lieb gewann. Jetzt ziemt es mir wohl kaum gegen einen Dich-ter, der anerkannt wird und sich selbst fühlen muß, so vertraulichzu thun. Ich sollte Sie förmlicher anreden, ich sollte — aber dannwürden Sie keinen Brief von mir bekommen haben.
Damals wollte ich Ihnen die Hand drücken, und auf denGrund einer liebevollen Anerkennung Ihnen manchen Rath, mancheWarnung mit Freundesstrenge zurufen. — Schwab that es und alsoschwieg ich. —
Wissen Sie wohl, daß Sie schon Ihre Nachahmer haben? DieWasterflnth, welche den äußern Damm des Musenalmanachs bespült,wirft schon Freiligrathereien heraus, worüber Sie lachen würden.Also lasten Sie die Sorge, Sie nachzuahmen, Anderen, hüten Sicsich vor Manier, und gehen Sie vorwärts. — Ihren vortrefflichenWastergeusen nachzuahmen, werden schon die Modehändler Unter-lasten müssen.
Lasten Sie mich, dem so oft und schwer der Vorwurf gemachtworden — lasten Sie mich Sie vor einer Klippe warnen — dernämlich, die Poesie im Gräßlichen zu suchen.
*) Bezieht sich auf den Rücktritt Schwab'S von der Redaktion des Musen-almanachs, der mehrere Dichter, unter andern auch Freiligrath, zur Zurückforde-rung ihrer Beitrüge veranlaßt hatte. Vgl. S. 323.
"1 Dies war ein Exemplar der Werke Chamiffo's, zum Geschenk für Frei-ligrath abgesandt.