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scbmelzung zu Wege gebracht, die jetzt die Zeit leise reift und be-wirkt. Ich habe mich verpflichtet, solchen Wägern die Hand zureichen, und ich bitte Sie meinem jungen Freunde behülflich zu seinin unser Volksthum einzudringen und seine Reise sich und andernnutzbar zu machen.
Leben Sie recht wohl und behalten Sie in gutem Andenkenden alten Freund
Adelbert von Chamisso.
4.
An denselben.
Berlin, den 13. Juni 1831-
Ich bin jetzt, theuerstcr Freund, ein müder, alter, hustenderMann, von dem die Musen schon lange nichts mehr wissen wollen.Nur mit Schöll's treuem Beistände habe ich den letzten traurigenAkt zu Stande gebracht, wobei noch viele Opfer fallen mußten. Ichsage wie der Sultan unter dem Ferman, wodurch er Einen zu ent-haupten befiehlt: „Gott weiß cs besser." Ich habe 136 Dichter ausmeiner Liste gehabt, 55 sind ausgenommen. — — — —
Lenau möchte ich wohl für den ursprünglichsten und kräftigstenDichter des jungen Ausschusses halten, und waS er dies Jahr bei-gesteuert, für das Bedeutendste, was er je in unfern Almanach ge-geben. Jedoch dieses gesagt und der Ausführung der FaustischenScenen ehrfurchtsvolle Anerkennung gezollt, so muß ich doch oppo-nircn und sagen, daß mir der Lenauische Faust nicht aus dem Goethi-scben herauszutreten scheint und nur innerhalb derselben Schrankenins Gräßliche zu übertragen, was bei Goethe viel reicher ausge-stattet nur gut und schön und liebewerth und dann erst herzzer-reißend einnimmt und packt und erschüttert. Mit unseren liebenGretchen mag sich jene Ungenannte nicht messen; — der nächtlicheZug möchte schon eher den Auftritt „Christ ist erstanden" auf-wiegen. — Der Schmetterling ist ein eigenthümliches und allerlieb-stes Gedicht. — Anstatt „ein böser Wind" hätte ich gewünscht „derVI 21