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von dem zweiten Ms, in dem ich befangen bin. Nicht jene blinde,sich selbst verkennende Harmonie werde ich suchen, die da glaubt,indem sie Inneres und Aeußeres tuliter gnaliter zusammenknctet undin den Augen der Welt mit einer sogenannten Einheit sich schmückt,die da glaubt, das Gute liege in der Mitte, und es mit keinem ver-derben will. Von innen heraus, nicht von außen hinein, muß dasLeben sich bilden, durch seine eigene Schwere muß das Innere strebendie Masse zu zerschmettern und in das äußere Leben sich zu bilden,keinen solchen prekären Vertrag und Frieden schließen, wo wir unfernGott verrathen und zu Götzendienern werden.
Wir leben im Sündenfall; verlieren und vergessen würden wiruns, ich meine nicht unser individuelles Dasein, das wir vernichtensollen, sondern unser göttliches Dasein, wenn wir schon mit kind-licher Ergebung das goldene Zeitalter feiern wollten. Mit Kampfund Mühe müssen wir daS Verlorene wieder erringen, Buße thunund den Teufel bannen, Du weißt, wie ich das meine, erst völligvernichten, ehe wir ans Aufbauen gehen; nehmen wir nicht immernoch viele Wirkungen deS Teufels wahr? Wir müssen uns sundjandere hassen, um uns und andere zu lieben, Haß ist der wahreQuell der ewigen wahren Liebe. Lebe wohl! Ich schicke Dir hier-bei einen an mich gelangten Brief für Dich. <w« -ra»
r,Amen.
A. W. Neander.
IA11S Halle ime.l
Mein theucrster Freund, ich ward durch eine theologische Ar-beit, die ich vor hatte, verhindert, Dir eher zu antworten, wie ichcs wünschte. Daß Du weniger gerecht gegen Deine eigene Tugendbist, kann Dich mir nur theurer machen; doch Ursache zu schimpfenhaben wir Alle, die wir kämpfend nach Frieden ringen, Du solltestauch mich nicht höher schätzend verkennen: die christliche Freundschaft