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den Freund im Briefe versteht, wird gewiß den Freund, wenn erihm außer dieser Buchstabenhülle erscheint, nicht verfinstert und ver-zerrt durch das ewige Theilen, (und so kann ja er ihm immer er-scheinen in seinem wahrhaften Leben in der Idee) sicher verstehen.So sei es denn auch keine bloße Ahndung, daß wir uns verwandt-schaftlich erkennen und in der Idee uns lieben und befreundet undEins sind, da in dem, waS wir von einander Gethciltes und Ver-zerrtes gesehen und vernommen, wir die schon längst geschaute ver-wandtschaftliche Gegenwart erkannt haben. Die fleischliche Gegen-wart kann das nicht widerrufen, was vor ihr erkannt wurde undin ihr erkannt werden kann, nur nachdem es ihr vorher und vonihr unabhängig erkannt worden ist. Wenn wir uns auch in äußernEmanationen und Formen fremd erscheinen sollten, insofern es bloßeFormen sind, so macht das nichts zur Sache. Uns soll die fleisch-liche Larve nicht trügen, die den Pöbel zu Kampf und Streit er-hitzt. Wir sehen, was darinnen ist, und das ist der Schlüssel, deralles aufschließt. Bei mir ist das Aeußere mit dem Innern nochim Streit. Es giebt drei Stufen in dem, was man so Kälte nennt:die niedrigste, wo wirklich alles kalt ist und entweder blos die roheSinnlichkeit oder die todte Reflexion des Verstandes herrscht; einezweite, wo innerlich alles recht warm ist, aber die Gluth die dickerohe Masse nicht zu durchbrechen vermag, wo das Aeußere mitdem Innern in Spannung ist; sie ist, wie die vorige Kälte ausinnerer Asthenie war, Kälte aus äußerer Asthenie; der dritteStandpunkt Kälte aus Sthenis, wo etwas in dem Leben des Men-schen ist, was weder Wärme noch Kälte ist, sondern das, in dembeide aufgehen. Der Haufen nun kennt doch nichts anders alsWärme und Kälte. Diejenigen nun also, welche auf dem Stand-punkte der relativen Wärme stehen, nennen das übertriebene Kälte;die auf dem entgegengesetzten Standpunkte, Uebermaaß von Wärme,Schwärmerei, oder auch sie ahnden ihn beide und schweigen beidein stiller Demuth. Es ist eigentlich der Standpunkt der Kindlich-keit im Greisenalter, der festen klaren Kindlichkeit, der absoluteCharakter der rm also der wahren Sittlichkeit.
Jeder strebe nach diesem Standpunkte von dem seinigsn aus; ich