Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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meine Freunde sind, mißfalle und mißfallen muh; ihre Gegenwartmacht mich stumm, ich kann nicht dem gemeinen Verstände huldigen,der sich entfernt hat und sich immer mehr entfernt von dein EinenCentrum aller Wesen, die Göttliches athmen, von der innigen, aberihm unbekannten und nie geschmeckten Seligkeit des GotteSstaateS;der sich durch eigenmächtige Imagination mit kaltem, frevelndem SinnGötzen geschaffen hat. Ja, ihm und allem, was ihm heilig ist,seinen Götzen und seinem Tempel, ewiger Krieg! Jeder führe denKrieg mit den Waffen, die ihm Gott verliehen, bis das Ungeheuererliegt, wenn nur Einigkeit und Einheit ist unter denen, so fürdes wahren GotteS Sache und der wahren Kirche Heil streiten;kläglich und betrübt ist cs und Herz zernagend, wenn die sich umleerer Formen willen entzweien und den gleichen Sinn in denGleichen verkennen. Doch laßt uns ans Gott vertrauen, dem wir

ja dienen wollen, und kein Opfer sei ein Opfer. Ich habe mich ent-

schlossen, Theologie zu studiren. Gott schenke mir Kraft, wie iches wünsche und strebe, ihn, den Einen in einem Sinn, wie es dergemeine Verstand nie zu begreifen vermag, zu erkennen und denProfanen zu verkünden. Heiliger Heiland, Du allein kannst unsja mit diesem profanen Geschlechts versöhnen, für das Du von inni-ger Liebe entbrannt, ohne daß es sdiesj verdient, lebtest, littestund starbst. Du liebtest die Profanen, und wir können sie nurHaffen, verachten! WaS bedarf es Worte uns zu verständigen, dieewige Sprache verwandter Geister flicht der Zeichen Fessel. Derelektrische Funke fahre nur aus, und er entzündet, da er überschweng-lichen Stoff findet. Lebe wohl, Theurer, und liebe mich inniglich,

wie ich Dich liebe. Bis auf Wiedersehen. Schreibe mir bald.

Dein

N e a n d e r.