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6 (1864)
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mit dem Nichtvirtuosen der Religiosität gemein; alle beten, es seinun bewußt oder unbewußt, aber des Religiösen Gebet kann nurerhört werden, denn er betet nicht, daß dies oder jenes geschehe, ererstrebt nicht dies oder jenes zu sein, nicht eins oder etwas, seinGebet ist mehr ein fragendes als ein bittendes; der Erfolg ist dieAntwort, die ihm verkündet, das dies geschehen soll, daß so dieGottheit es will, und daher kann die Antwort immer nur günstig sein,denn das will er ja nur wissen. Er will nur einstimmcn in dieSaiten der Anangke, nicht sie umstimmen. Und so ist die wahreFreiheit ein Ausfluß der Nothwendigkeit und mit ihr absolut eins,und Platon's Spruch, der Freiheit verkündende, läßt mit dem abso-luten Fatalismus sich paaren.

Montag bin ich vielleicht bei Euch; ich hoffe, sollte ich dannkönnen, Euch alle noch zu finden.

Sonnabend s12. Aprilj erwarte ich Briefe von Euch Allen.

Thut und leidet, was Ihr wollt; wünschen u. s. w. kann ichEuch nichts, sondern nur wollen mit Euch, und smitj Euch herzlicheins zu sein streben.

Der Eurige in herzlicher Einheit

A. W. Neander.

3.

;AuS Halle, Frühling 1806.;

Theurer Freund, ich bedaure es sehr, daß es mir nicht ver-gönnt war, Dich in Hameln zu sehen; doch in Halle wird unserVereinigunsplatz sein; dort werden wir Freunde alle, gesondert soviel als möglich von den traurigen Umgebungen einer blos welt-lichen Welt, wie sie es denn doch leider überall ist, der innigenSeligkeit einer oivitas äei, deren Grundstein *) doch ewig und immerFreundschaft ist, genießen. Je mehr ich mit ihr bekannt werde, destomehr mißfällt mir die Welt, wie auch ich allen Menschen, die nicht

') Im Original: Grnndvesten.