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Eines Morgens traf ich ihn in seinem Garten auf- und ab-gehend und sich immerfort diese Worte wiederholend.")
Fragt es sich bei einem so tiefen Menschen, als unser Freundwar noch zuletzt besonders nach seinen religiösen Ileberzeugungen,so haben wir uns hierüber an einem andern Orte, in einem Aufsatzüber Chamisso in der Augsburger Allgemeinen Zeitung, wie folgt,ausgesprochen:
„Daß Chamisso's Stellung zum Christenthum nach keiner Kon-fession hin eine innerhalb der Kirche war, ist aus seinem Lebens-und Bildungsgänge leicht zu erklären. Aus seiner Jugend warenihm Eindrücke geblieben, die ihm das katholische Priestcrthum nichtanders als mit einem politischen und grade einem seiner Denkungs-weise widersprechenden Elemente vermischt erscheinen ließen, und derGedanke an einen Uebertritt zur protestantischen Kirche ist wohl niein seine Seele gekommen, obgleich seine Gattin derselben angehörtsund er alle seine Kinder in derselben erziehen ließ. Denn Anschlie-ßen an eine bestimmte kirchliche Gemeinschaft war ihm überhauptnicht als ein Bedürfniß aufgegangen, vielmehr pries er Amerikadeshalb, daß es in dieser Beziehung keine Anforderungen an seineBewohner richte. Sehr würde man aber irren, wenn man hierausfolgern wollte, daß sich Chamisso in der Religion überhaupt alsJndifferentist verhalten habe. Eben so wenig war er dies gegendas positive Christenthum. Er hatte seine Freude an der entschie-den christlichen Richtung seiner Frau und wollte einen ihm sonsttheuren, aber durch das Exklusive in seinen religiösen Ansichten ihmbekannten Freund nicht zum Bormunde seiner Kinder bestellt wissen,damit, wie er sich ausdrückte, er seinen Mündeln das Christenthumnicht verleide. Wie oft hat man Chamisso wegen seiner Jesuiten-gedichte u. dcrgl. in religiöser, so wie wegen seiner Gedichte vonpolitischer Färbung in Beziehung auf seine monarchisch-loyalen Ge-
*> Dies ist der ganze Chamisso. Hatte ihn so ein Vers, wie er cs auS-trückle, „gepackt", so hielt cs schwer, daß er sich wieder davon trennte. Mansehe übrigens den Brief an Freiligrath, Beilage 3. Nr. 16.