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würdig, daß er sich, laut denkend, die Gedanken erst in französischerSprache zurecht setzte und dann erst an den deutschen Vers ging.Ueberhaupt fand eine seltsame Verbindung beider Sprachen in ihmstatt; so zählte er z. B. stets französisch"*).
Aus Rauschenbusch's Mittheilung schalten wir hier noch Folgen-des um so williger ein, als es sich unmittelbar an die herrliche An-zeige anschließt, die Chamisso von Freiligrath's Gedichten inGubitz Gesellschafter gemacht hat und die wir durch den Wiederab-druck der Vergessenheit entziehen wollen, welcher sie, wenn sie ineinem Zeitblatte vergraben bliebe, nicht entgehen würde.
„Als ich" — so erzählte R. — „Anfangs Dezember 1837 zuChamisso kam und ihm meinen Namen nannte, reichte er mir mitder Offenheit und Freundlichkeit, die er jedem zeigte, die Hand; alsich ihm aber sagte, ich käme mit einem Gruße meines FreundesFreiligrath, leuchtete sein Auge hoch auf und er erwiderte: dannsein Sie mir dreimal willkommen. Er kam dabei näher auf Frei-ligrath zu sprechen und äußerte unter anderm: was ihn besondersso an ihn gefesselt habe, sei, daß ihm bei der Gluth seiner Phan-tasie und der frischen Lebenskraft seiner Poesie die Pietät nicht ab-gehe, die manchem unsrer deutschen Dichter so ganz fehle. ImJuni 1838 erschienen Freiligrath's Gedichte und nie werde ich dieFreude vergessen, mit welcher er mir, als ich eines Abends in dieliterarische Gesellschaft kam, zu welcher ich während meines Aufent-haltes in Berlin den Zutritt erhalten hatte, zurief: „Rauschcn-busch, da ist der Freiligrath!" und mir den Band freudig hochentgegenhielt; dann wie sein Antlitz strahlte, als Hitzig die ausge-zeichnetsten Sachen vortrug und sie von der Gesellschaft mit lautemBeifall begrüßt wurden. Einen besondern Eindruck hatte auf Cha-misso der Vers aus dem „Ausgewanderten Dichter" gemacht:
Dem Haß entfloh ich, aber auch der Liebe.
Dies ist ganz richtig bemerkt. Man vergleiche hiermit, was oben vonder Nacht vor Chamiffo's Tode erzählt ist.