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Von den paar tausend Uhland, die Deutschland des Jahres ver-braucht, kommt die gute Hälfte auf uns hier. Sollen wir es ent-gelten, wenn bei uns irgend ein X sein a singt? Und mein lie-ber wackerer Freund, wie kann Euch das nur anfechten!"
Nachdem Schwab Ende 1837 sich von der Redaktion des Mu-senalmanachs zurückgezogen hatte, trat Gaudy, der schon seit 1834mit einer kurzen Unterbrechung bei Sichtung des Materials Cha-mifso behülflich gewesen war, wie vor ihm Adolph Schöll, vonChamifso dazu ausersehen, an Schwab's Stelle als Redaktionsge-hülfe ein. Die aufrichtigste Freundschaft verband beide Männer;und sie wurde noch fester begründet durch die gemeinschaftliche Be-arbeitung der Bsranger'schen Gedichte. Chamisso bewunderte ohneNeid die Leichtigkeit, mit welcher der jüngere Freund die Aufgabelöste, die so viel Schwierigkeiten darbot und die er zwar auch,aber nur mit großer Anstrengung, zu überwinden vermochte. DasZusammenarbeiten mit Gaudy gehört zu den schönsten Genüssenseines Lebensabends. Als Letzterer im Juli 1838 eine zweite Reisenach Italien antrat*), ließ sich Chamisso von einem jungen inBerlin Studircnden, den ihm Freiligrath empfohlen hatte, NamensRauschenbusch, bei der Prüfung des Materials für den AlmanachHülfe leisten. Wir entnehmen aus einer Darstellung, die R. unsauf unsere Aufforderung über dieS Verhältniß mitgctheilt hat, wört-ich Folgendes:
„Chamisso ging bei der Beurtheilung der für den Musenal-manach eingelaufenen Gedichte von der Frage aus: ob etwas imGanzen anspreche? Nie wurde ein Gedicht blos wegen einzelnerschöner Stellen ausgenommen**). Zeugte dergleichen aber von einer
*) Bei Gaudh'S Abschiede vor dieser Reise entließ ihn Chamisso mit denWorten: „Wir sehen uns wieder, hier oder jenseits."
**> Gaudh, der, wie oben bemerkt, seit 1831 bei dem RedaktionsgeschäftChamisso zur Seite gestanden hat, ist hiermit nicht einverstanden.
„Grade — so schreibt er uns wörtlich — durch einzelne ihn packende Stel-len ließ er sich bestechen und ermüdete nicht, ihre wahre oder auch wohl einge-bildete Schönheit immer wieder hervorzuhcben. Eine gelungene Zeile konnteihn für ein ganzes Gedicht bestechen: so Hielt er z. B. auf sein eignes Gedicht