Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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daß durch dergleichen eine gewisse Lokalfarbe besser erreicht werde,als durch wortreiche Schilderungen, in welche sich Anfänger oft ver-irren, wenn sie jenen Zweck erreichen wollen.

Sprachen wir eben von seinen poetischen Arbeiten, so möge hiererwähnt sein, daß er dies, wie alles, was er vornahm, mit großerSorgsamkeit und uncrmüdetem Fleiße that. Es floß ihm nichts zu;er mußte darum ringen. So z. B. wenn er die Terzinenform, dieer so meisterlich handhabte, für einen Stoff als geeignet erkannthatte, entwarf er sich eine Tabelle über die sich ergebenden Reimeauf die Schlußworte der Anfangszeilen der Strophen, schematisirte sichdie Verschlingung derselben u. s. w. So setzte er auch seine mündlicheRede in der Regel mühsam zusammen; es sei denn, daß, was auchwohl begegnete, ihm ein rasches Witzwort zu eigner Ueberraschungentfuhr. Es war dies zum Theil ein Kampf mit dem Ausdruck,zum Theil aber auch ein Streben, dem gesprochenen Worte eine un-gewöhnliche Prägnanz zu geben, was ihm auch fast nie mißlang.Es mochte ihm dabei ein Ausdruck vorschweben, welcher in demSalon der Frau von Stael üblich war und den er oft im Mundeführte. Von einem guten Worte hieß es nämlich dort: uns bonnsisclaetion, was ein bewußtes Schaffen voraussetzt. So kann manvon ihm sagen, daß er seine Phrasen sprechend redigirte; dem aber,der in diese Eigenthümlichkeit seiner Ausdrucksweise nicht einzugehenverstand, erschien sie schlechthin als schwerfällig und unbehülflich, under schalt sich wohl selbst einen Radebrecher, wie in den schon oben(S. 259) angeführten Versen:

In Sprach' und Leben ist er ja der Mann,Der jede Sylbe wäget falsch und schwer.

Schön hat Fouqus das, was wir eben sagten, in einem Bildeausgesprochen, indem er einmal an Chamiffo selbst schreibt:Sieh,so habe ich es lange gewünscht, Dich wieder zu erblicken, und nunwird der eherne Eimer, der am rasselnden Gewinde in den Felsen-bronnen tief hinäbsteigt Du weißt ja mein Gleichniß von Deiner