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Was Hitzig Chamisso war, davon zeugen dessen Briefe; des-f halb hat diesem Mann in gegenwärtigen Erinnerungen mehr Platz
eingeräumt werden müssen, wie ihm als isolirte Erscheinung gebüh-ren würde. Denn Hitzig ist nur ein gewöhnlicher Geist, doch vollaufrichtiger Anerkennung höher Begabter, von freundlichem Wesen,verträglicher GemüthSart, leichter Auffassung und bewandert im Lebenwie in dem menschlichen Herzen durch unausgesetzte Beschäftigungmit dem eigenen, mit welchem er sich von je an soviel zu schaffengemacht hat, als es ihm zu schaffen machte. Diese Eigenschaftenmochten ihn wohl bedeutenden Menschen, die ihn in jeder Lebens-periode gern an sich zogen, zum Umgang empfehlen; war aber ausdiesem Umgang eine wirkliche Freundschaft entstanden, so trat inHitzig's Charakter bald noch eine andere Eigenthnmlichkeit hervor:eine, wir möchten sie eine weibliche nennen, Fähigkeit, sich so in dieinneren und äußeren Interessen des Freundes hinein zu denken undzu fühlen, daß sie sich ganz mit seinen eigenen identificirten und ersie behandelte wie diese. Kam noch hinzu, daß dies meist mit glück-lichem äußern Erfolg geschah und daß es ihm nie erscheinen konnte,als ob er zu irgend einem Dank berechtigt sei, weil er ja nur einBedürfniß des eigenen Herzens befriedigte, indem er für den Freundsorgte, so wird man es erklärlich finden, was oben schon bemerktworden, daß geistig ihn weit überragende Männer, wie fast alleseine näheren Freunde waren, ihn lieb gewannen und behielten, wieschroff sich ihre Ueberzeugungen auch oft gegenüber standen, wie dies be-sonders in den letzten Lebensjahren Zacharias Werner's bei ihm und Hitzigder Fall war. In Beziehung auf Chamisso trat noch ein besondererUmstand ein. Hitzig war das Band, das ihn an die äußere Weltknüpfte, der ihm, dem von allem geselligen Verkehr fern Lebenden,welcher kein Journal las, auch selten ein neues Buch, über Allesreferirte und zwar, wie er es liebte, treu referirte; als ein alterJurist, mit Hervorhebung des Punktes, auf den es ankommt, undmit Eingehen auf Einzelheiten. Dies forderte Chamisso durchaus,namentlich wenn es sich um poetische Stoffe handelte. Nichts warihm hier unwichtig, Orts- und Eigennamen, Tageszeit der Begeben-heit u. s. w., weil er von der ganz richtigen Betrachtung ausging,