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6 (1864)
Entstehung
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cr in jenen wenigstens eben so viel geleistet haben würde als indieser", und das nämliche, so scheint es, läßt sich von Chamissosagen. Uns mangelt die Fähigkeit über dasjenige, was er für seineWissenschaft gethan, eine Stimme abzugeben-, wir können nur dar-auf verweisen, daß ihm in dieser Beziehung von kompetenten Richterndas günstigste Zeugniß gegeben worden; darüber konnte aber Nie-mand, der sich tiefer in seine Individualität versenkte, im Zweifelbleiben, daß alles Charakteristische in Chamisso's Lebcnsansicht mitfeinem Sinne für Natur und die natürlichen, nicht künstlich ausge-bildeten Anlagen und Verhältnisse des Menschen auf das engste zu-sammenhing. Ueber Verhältnisse, die durch das gesellschaftliche Zu-sammenleben bedingt erscheinen, war schwer mit ihm zu streiten,weil er Alles auf den Naturzustand, wie er ihn als Norm erkannte,zurückführte. Gelang es von diesem aus irgendwie einen An-knüpfungspunkt zu finden, so wurde man leicht mit ihm fertig. EinBeispiel aus seinen letzten Lebensjahren wird dies am besten erläutern.Als der St. Simonismus aufkam, wurde Chamisso, wie mehrereseiner Freunde, lebhaft dadurch angeregt, namentlich auch durch dieAnsicht von der Ehe aus dem Standpunkte dieser Lehre. Er setzteeines Tages Hitzig seine Auffassung derselben mit großem Eifer aus-einander; dieser aber vertheidigte das Bestehende mit nicht mindererWärme vom christlich sittlichen aus, ohne Chamisso zu überzeugen.Da änderte Hitzig, der seinen Freund genugsam kannte, plötzlich dasDertheidigungsspstem und warf ihm die einfachen Worte hin:Undwas meinst Du von dem natürlichen Ekel des gesunden Mannesvor dem Weibe der Societät?" Das faßte; er blieb einige Augen-blicke nachdenklich stehen, ließ dann, wie es seine Art war, denStreit kurz fallen, und es war nie wieder von der klemme liln-odie Rede.

Aus der eben erörterten Eigenthümlichkeit Chamisso's gingauch seine Vorliebe für Naturvölker hervor, unter welchen er sichauf seiner Reise frei von alle dem gefühlt, was ihm in unsermcivilisirten Zustande unerträglich schien. Es war ihm voller Ernst,als er einst gegen Hitzig den Wunsch aussprach, an heißen Sommer-tagen in eignem Garten nackt, mit der Pfeife im Munde, spazieren