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Rede, die er gleichfalls als einen Mangel erkennt (s. o. S. 46), dieaber besonders lebhaftere Geister zur Ungeduld reizte. Geschah diesnun und trat der Ausdruck davon in den Mienen der ihm Gegen-überstehendcn hervor, so gab es zwei Fälle: entweder er merkte esim Eifer nicht, und fuhr fort, ohne sich stören zu lassen, je längerauch die Gesichter der Zuhörer wurden, oder er merkte es undbrach dann plötzlich verdrießlich ab. Alles dies- steht in grademWiderspruche mit dem was die Gesellschaft liebenswürdig nennt,nicht zu erwähnen, daß er eben in der von ihm gerühmten Unschuldkeinen Begriff davon hatte, wie Aeußerlichkeiten, z. B. Tabaksgerucyin Kleidern und Haaren, zählen könnten, wo sonst ein erfreulicherinnerlicher Verkehr statt fand. Solche Aeußerlichkeiten aber warenes, welche Menschen, die keinen Sinn für seine Größe hatten, nichtallein von ihm entfernten, sondern sie auch oft reizten, ihm ihreSuperiorität in der lebensklugen Beachtung von Elendigkeiten fühl-bar zu machen. Und eben wenn die besten Freunde dies sahen,sahen, wie er dadurch verletzt wurde, und von ihrem Standpunkteaus sich dagegen nicht verschließen konnten, daß er bei etwas min-derer Unschuld sich manches unangenehme Gefühl hätte ersparenkönnen, konnten sie sich in der besten Intention für ihn über ihn,und zwar über dasjenige ärgern, was sie an ihm als Tugend anzu-erkennen hatten. Wie ja der zärtlichen Mutter nichts weher thut,als wenn sie sieht, daß ihr Kind allen Anderen sich nicht so liebcns-werth zeigt, als sie es kennt.
War Chamisso hiernach kein Mann der Gesellschaft, so warer um so mehr der der Natur. Halten wir dies fest, so gewinnenwir den tiefsten Aufschluß über feine ganze Eigenthümlichkeit. Wirerinnern uns in einem Aufsatze von Frankl in Wien über den ver-storbenen Grafen Kaspar von Sternberg gelesen zu haben, daß derGraf, der langjährige Freund Goethe's, zu ihm sagte: „Goethe
wäre vielleicht vorzugsweise vor dem Dichter zum Naturforscher be-rufen gewesen; er sei überzeugt, daß, wenn er sich von Jugend anmit den Naturwissenschaften so beschäftigt hätte wie mit der Poesie,
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