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Sie zu schreiben, aber ich bin träge und müde, und ein Brief, denkein zu förderndes Geschäft veranlaßt, und der morgen so gut wieheute geschrieben werden kann, wird in der Regel nie von mir ge-schrieben. —
Während Sie dort an dem Weihnachtsbaume arbeiten, an demich nur noch einen vernünftigen Antheil nehmen kann, und das Festalle Kräfte in Anspruch nimmt, will ich Ihnen die Hand drücken,und so umständlich als ich kann erzählen, wie unsere kleine stilleWelt sich fortbewegt. — Schwester Emilie hat in den schwerenPflichten, die sie als ein natürliches Erbe übernommen hat, augen-scheinlich den Halt gefunden, dessen sie entbehrte; sie ist seelenberuhigt,befriedigt und bekräftiget, und kein Klagelaut dringt aus ihren Lippenoder aus ihrem Wesen hervor. — Ich glaube, daß selbst ihre über ihrenBereich und meinen Wunsch in Anspruch genommenen physischen Kräftedabei nicht leiden. — Schwester Emilie ist die treue Mutter der Kin-der, und dabei die schaffende Hausfrau. Die Kinder gedeihen. Her-mann, derjenige, der fast ein Jahr zwischen Leben und Tod gerun-gen hat, ist jetzt der blühendste und kräftigste von Allen, — eineganz absonderliche Natur, still und duldend; eine Zeit lang wurdenseine Geistesfähigkeiten in Zweifel gezogen, aber ich erkannte in ihmmanche Züge, die meine eigene Kindheit ausgezeichnet haben — undsiehe, nun kommt die Schnecke aus ihrem Hause hervor, regt sichauf eigenthümliche Weise, und alle Zweifel sind beseitigt. — Derletzte, so schwach nach seiner Geburt, ist jetzt das allerliebsteste Kind,das man sehen kann.
Was mich anbetrifft, mein Husten will mich immer noch nichtlos werden, aber er schwächt und altert mich mehr und mehr, undist es gleich keine Sünde, so ist es doch eben nicht schön. — DieBotanik hängt am Nagel, die Muse schweigt, — ich beschäftigemich so gut es gehen will mit Sprachuntersuchungen, und lebe meistnur in den Sprachen der Südseeinseln. — Mir vielfältig erwiesenesWohlwollen erfreut meinen Abend. — Neue Ausgaben meiner Ge-dichte, meines Schlemihl's werden verlangt. Ich winde meine Tageab und brumme mir als mein eigener Waldteufel den rokrnin man-cher meiner Lieder vor, mein beliebtes „Geduld!" —