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ich zu würdigen weiß — es wird nicht blos meiner Eitelkeit geschmei-chelt; ich kann sagen, ich werde geliebt, und die Beweise fließen mirvon allen Seiten zu — das thut wohl.
Ich habe doch jahrjährlich die Eitelkeit von nicht weniger alsfast allen deutschen Dichtern zu kränken, deren Namen bekanntlichLegion ist, — indem ich mit dem großen Wedel an der Thür desMusenalmanachs stehe, die mehrsten von ihnen wegzuscheuchen undden wenigen eine wenige Zoll nur breite Spalte zum Hereinschlüpfenzu lasten, da sie doch die zwei Flügel auf erwarten. — Noch istkeiner zu Feindseligkeiten geschritten. — Aber mein Leiden habe ichvon Seiten der Rath begehrenden Jugend zu ertragen, — alle wol-len von mir erfragen, ob sie Dichter sind und werden sollen oderdas Dichten abschwören. Da bin ich denn der Mann äu justsmilion — keins von beiden! bei Leibe nicht Dichter-Professionist—lieber einen Stein am Hals und ins Wasser, — aber das Dichtennicht lasten, was im allerschlechtesten Falle besser ist, als Faraospielen. — Du denkst nicht, was für Mißwachs von Menschen sichin Ermangelung eines Besseren für gut genug halten, Dichter zuwerden! — Ich wollte, Du könntest in Paris die zwei Bilder un-serer jungen Schule sehen, die jetzt aufgestellt sind*). Du würdestdoch Respekt bekommen — mir selber unbegreiflich, wie das Zeit-alter der Dampfmaschinen eine solche Wiedergeburt der Kunst hegenkann!! In der Kunst werden unsere Kinder gleich als große statt-liche Männer geboren. —
Hitzig ist, wie ich, nun alt und gebrechlich, halbblind, aberimmer thätig und guter Dinge. Er hat uns sehr erschreckt vorkurzer Zeit, und vor vier Wochen hätte ich nicht so ruhig von ihmgesprochen — er hat einen bösen Sturz von einer fremden Treppegethan und sich einen Arm ausgefallen. — Seine Unterleibsbe-schwerden nahmen bei der Gelegenheit überhand und wir warensehr besorgt.
Lebe wohl, mein viel Lieber, ich muß abschließen, lebe wohl;ich küsse die Bürgerin ehrfurchtsvoll auf die Stirn, sie soll eS mir
*) Lessing's „Hussitenpredigt" und Bendemann'S „trauernde Juden".