Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
Seite
82
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Wenn ich dich in meinen Armen halte.

Aber dir, mein Trauter, nicht genügt es,

Weiß ich gleich, was mehr noch du begehrest,

Nicht zu ahnden, macht es mich erzittern.

Die Ungeduld des Bräutigams wuchs von Tage zu Tage;aber das Anstellungsdekret blieb noch immer aus *) und der ursprüng-liche Plan, die Hochzeit am 15. Juli 1819, dem Jahrestage derAbfahrt zur Reise um die Welt, zu feiern, mußte aufgegeben wer-den. Endlich erledigte sich auch dieser Anstand und es wurde der25. September 1819 zum Hochzeitstage bestimmt; der Tag, anwelchem 28 Jahre früher die Eltern der Braut ihren Ehebund ge-schloffen hatten.

Chamiffo blieb bei dem versereichen Feste seiner Hochzeit nichtaus mit gleicher Gabe. Hier, was sich im Hausbuche aufbe-wahrt findet.

Antonie an die Eltern.

Es gingen acht und zwanzig Jahre hin,

Seit dieser Tag den Bund euch schließen sahMit frommem Herzen wie mit festem Sinn;

Und euer Glück zu preisen sind wir da.

Ihr lächelt unserm Feste froh und mild;

Die Welt hat sich gedreht, die Zeit erneut,

In frischem Glanz ersteht das alte Bild,

Und wie es damals war, so ist es heut.

Adelbert.

Und wenn Bestand im Wechsel euch erfreut,

Und wenn euch wohl gefällt, was wir gethan,

*) Erst unter dem 4. August meldete Prof. Link, der Direktor des botanischenGartens. Chamiffo, daß er unter den von ihm gewünschten Bedingungen vom1. Juki an als Gehülfe für das Fach der Botanik angestellt sei, worauf er dieihm bestimmte Amtswohnung in der Nähe des botanischen Gartens in Schöne-berg bezog. Das Anstellungsdekret erfolgte erst am 11. November 1819.