Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

81

O lasse mich zu deinen FüßenIn meiner Deinuth niederknie'nUnd beten und in Thränen fließen:

Du hast, o Herr, in ihrem BlickEröffnet mir den Himmel dein,

Gieb Heil für Heil, gieb Glück für Glück,Und laß auch mich dein Werkzeug sein!

Bei Zurücksendung eines vergessenen Strickzeug

Wie in ihrer Hand du mir verhaßt seist,

Die du böse von der meinen abhältst,

Ihre Blicke mir, dem Armen, raubend,

Hab' ich doch dich, Strickstrumpf, lieb gewonnen.

Wie von meinen Büchern du mich ansiehstUnd mir leise ihren Namen nennest,

Glaub' ich doch, sie selber müsse da sein,

Sei zu Hause schon in meiner Wohnung,

Müßte an der Thüre gleich erscheinen;

Aber ach! ich lausche ja vergebens

Geh' nur, du betrügst mich, bist ein Lügner,

Nun, so geh' nur hin und laß dich stricken!

Die Braut spricht zum Bräutigam:

Nicht verhehlen kann ich's und nicht sagen,

Wie in meinem Herzen ich dich liebe;

Ja du weißt es. Wirst auch meiner schonen,Wenn ein wundersam und kindisch BangenMich ergreift, so wie der Tag heranrückt,

Den herbei du ungeduldig rufest.

Will ich sonst doch alles, was du wünschest!Sieh'I es fehlt so gar nichts meinem Glücke,

VI.

6