Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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80
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Mein Aug' ist trüb', mein Mund ist stumm,

Du heißest mich reden, es sei darum.

Dein Aug' ist klar, dein Mund ist roth,

Und was du nur wünschest, das ist mir Gebot.Mein Haar ist grau, mein Herz ist wund,

Du bist so jung, und bist so gesund.

Du heißest mich reden, und machst mir's so schwer;Ich seh' dich so an, und zitt're so sehr.*)

Adelbert an seine Braut.Ich schlich so blöd für mich allein,

Ich wälzte so mich in den Staub,

Ich war so schwach, ich war so klein,Ich war so blind, ich war so taub,

Ich war so nackt, ich war so kalt,

Ich war so arm, ich war so altUnd bin nun aller Siechheit losUnd fühle in den Knochen Mark;

Ich bin so reich, ich bin so groß,

Ich bin so jung, ich bin so stark.

Du, die du Alles, Alles giebst,

Du segnest mich, wie du mich liebst.Ich drücke dich an meine Brust,

Du bist mein Stolz und meine Lust,Du bist mein Hort, du bist mein Gut,Du bist mein Herz, du bist mein Blut,Du bist mein Stern und meine Krön',Bist meine Tugend und mein Lohn.

O du mein frommes gutes Kind,

Mein guter Engel, hold und lind,

Mir ward durch dich das Heil verliehn.

') Sicht auch in den Gedichten (Bd. 1. S. 701, aber ans dem Zusam-menhänge gerissen. Hg.