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Den Schlemihl genannt sie hatten,
Reich in seines Schattens ZierGönnet jetzt von seinem SchattenStrafend einen Schatten dir.
Und das „aufgelöst in lauter Wonnen" war keine poetischeRedensart; denn nie hatte man einen seligem Bräutigam gesehen;der verklärte Ausdruck auf dem Gesichte des schon reifen Mannesersetzte reichlich, was man an der Jugend-Frische vermißte, die vondem der lieblichen Braut strahlte, welche noch ein ganz un-schuldiges Kind nicht wußte, wie ihr geschah, da sie sich in ein Ver-hältniß hineingezaubert sah, das ihr als nahe bis dahin gewiß nochnicht vor die Augen getreten war. Der Bräutigam hatte seine nun-mehrige Braut als Kind oft auf dem Schooße gewiegt, und sie demwunderbaren Manne zugehört, wenn er ihr, wie er überhaupt niitKindern zu thun pflegte, fabelhafte Historien erzählte oder aller-band kuriose Pantomimen vormachte, worin er sehr geschickt war.Er fand daS Kind nach der Rückkehr zur Jungfrau herangereift, erfühlte sein Herz tief bewegt; aber er hatte wohl selbst kaum anErhörung gedacht, wenn er spräche. Von seinen Stimmungen zeu-gen am klarsten allerlei Kleinigkeiten aus dem Hausbuche, wie diefolgenden:
An Antonie.
Deine Augen sind nicht himmelblau,Dein Mund, er ist kein Rosenmund,Nicht Brust und Arme Lilien.
Ach welch' ein Frühling wäre das,
Wo solche Lilien, solche RosenIm Thal und auf den Höhen blühten,Und alles das ein klarer HimmelUmfinge, wie dein blaues Auge!
Uhland.