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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
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ders liegt. Obwohl etwas beschädigt, zeigt er an den erhaltenenZweigen unzweifelhaft Lorbeerlaub. Dieses musste einem nordischenKünstler fremd oder zum mindesten zu fernliegend sein, ja, einsolcher hätte wohl überhaupt kein naturalistisch gebildetes Laubdargestellt, da die conventionelle Ausdrucksweise der deutschenPlastik zu jener Zeit Pflanzen und Bäume stilisiert und ornamen-tal wiedergab. Man werfe nur einen Blick auf das rankenartigeBäumlein das Pyramus- und Thisbe-Kapitell im Basler Chorum-gange, als auf des nächstliegende Beispiel . 1 Hätte ein deutscherBildhauer aber doch einen realistisch gebildeten Baum darstellenwollen, so wäre er wohl auf eins der heimischen Laubhölzer ver-fallen.

Nun noch ein Wort über die Architektur: Die Säule, welchedas erste Feld der Vinc. T. in zwei Compartimente teilt, zeigteine deutliche Entasis. Zugegeben, dass sich diese in der roma-nischen Kunst öfters, z. B. an den Säulen des Domes zu Con-stanz zeigt, so ist sie doch keine mittelalterliche Erfindung, son-dern eine aus dem Altertum übernommene Feinheit. Der turm-artige in seinem oberen Teile absetzende Kerkerbau mit acht-eckigem Grundriss, welcher zweimal auf der Tafel vorkommt,hat sein Vorbild in den altchristlichen Grabkapellen, welche stetsals runder oder polygonaler Centralbau aufgeführt wurden undsich hauptsächlich auf Elfenbeinsculpturen häufig nachgebildet fin-den, wenn es sich um die Schilderung der Auferstehung Christioder der drei Marien am Grabe handelt. Dass beide Tafeln, wieBode 2 bemerkt, in Anordnung und Behandlung auch an derleiElfenbeinschnitzereien gemahnen, sei beiläufig noch erwähnt. Wennnun auch bis ins Mittelalter hinein die Rotunde die hauptsäch-lichste Form der Grabkapelle blieb , 3 so ist neben ihr doch auchhäufig die polygone Form angewendet worden, z. B. bei den demII. Viertel des XII. Jahrhunderts angehörigen Grabkirchen des

1 Abgebildet in den Tafeln zur Riggenbachschen Münsterpubli-cation, Mappe zur Baugeschichte des Basler Münsters. Bezüglichder deutschen romanischen Malerei sagt dasselbe, was wir über dieDarstellung der Bäume in der Plastik gesagt haben, Paul Weberin seinem Buche «Die Wandgemälde zu Burgfelden auf der schwäbi-schen Alp.»

a Bode, Geschichte der deutschen Plastik, p. 37.

3 R. Rahn, Das Erbe der Antike, Basel 72, p. 20, 21.

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