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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
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bar, aber, was Venturi dabei entging, ist der Umstand, dasssämmtliche dazu benutzten Sculpturen Reliefs sowohl, wieKapitelle inhaltlich und stilistisch von den beiden grossen Denk-mälern der Provence, St. Trophime und St. Gilles, abhängig sind.Es wäre leicht, dies bis zur Evidenz zu beweisen, und wennan dieser Stelle auch leider davon abgesehen werden muss, sowollen wir doch nicht versäumen, wenigstens die Thatsache aus-zusprechen. Und so mag wohl diese in Italien so verbreiteteBasenbildung ihre Heimat auch auf französischem Boden haben,wenn sie sich dort auch nicht in völlig gleicher Form erhalten hat.

Die Frage nach der ursprünglichen Bedeutung der fünf besproche-nen Säulen ist uns nur halb zu lösen gelungen. Die bisherigeAnnahme, dass die vier Säulen des Gitterthores früher eine Kanzeltrugen, * 1 büsst etwas von ihrer Wahrscheinlichkeit dadurch ein,dass die Vorbilder der Schweizer Sculpturen nicht in Italien, wodiese Kanzelbauten heimisch waren, zu suchen sind, sondern dasssie, wie wir gezeigt haben, im südlichen Frankreich wurzelten.Hier finden wir verwandte Teile aber meist an den Aussenseitender Kirchen zur Decoration von Fagaden, Vorhallen und Portalenverwandt. Es lag daher nahe, anzunehmen, dass auch die ChurerSculptur-Ueberreste ehemals einer porticusartigen Vorhalle derKathedrale oder einer ähnlichen Anlage zum Schmucke gedienthätten. Aber die Aussenseite der Kirche, der Raum vor derselben,nichts am ganzen Gebäude giebt uns einen Anhaltspunkt, lässtuns darauf schliessen, dass hier etwas Derartiges bestanden habe.

Es ist daher sehr wohl möglich, dass, wenngleich Stil,Form und stofflicher Inhalt [der Churer Sculpturen französischerHerkunft sind, diese doch Teile eines Bauwerkes gebildet haben,welches aus der kirchlichen Architektur Italiens stammt. NachVornahme einer kleinen Correctur können wir nun die fünf Stützenmit Leichtigkeit in gleiche Höhe bringen und somit als Trägerdesselben Werkes verwenden. Natürlich trug früher jede der vier

Ebenda Abbildungen der Reconstruction und der Details. Eine Ab-bildung des jetzigen Zustandes des «Pontile» bei Max Gg. Zimmermann,a. a. O. p. x63. Vergl. auch Rohault de Fleury, La Messe, Etudesarcheologiques sur les monuments, III e vol. p. 57 Taf. CCVI.

1 Jakob Burckhardt, a. a. 0. x55.