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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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Arier Figuren in der Face-Ansicht wahrnehmen, uns in Chur erstsichtbar wird, wenn wir die Gestalten seitwärts betrachten, wasleider die Abbildungen nicht immer in genügendem Masse er-möglichen. Unter dieser üblen Eigenheit des Churer Künstlersleidet nun auch die Kopfform, welche bei manchen Figuren be-ängstigend schmal und lang wird. Hierzu kommt noch, dass beimPetrus ein Stück der rechten Kopfseite abgesplittert ist.

Aber, wie gesagt, im Uebrigen sind die Köpfe ausserordent-lich verwandt. Die Stirn wird bei beiden umsäumt von einemKranze spiralartiger Locken, was, wie Vöge 1 nachgewiesen ;keineswegs eine ikonographische Vorschrift bei der Bildung ro-manischer Petrusfiguren war, und von Runzeln durchfurcht.Aehnlich ist auch an beiden Werken das ausdrucksvolle Augen-paar mit starken Lidern, hohen Brauen und ausgebohrten Pupillen,sowie die kräftige Nase und der tiefausgearbeitete Mund. Dasselbegilt von dem an den Enden aufgerollten Schnurrbarte, dem in derMitte geteilten und symmetrisch gelockten Backenbarte. Das Gewandder Arier Petrusfigur ist in Chur nicht nachgebiidet, es unter-scheidet sich auch völlig von der Kleidung aller andern ArlerApostel und geht wohl auf ein älteres, antikes Vorbild zurück.Auch auf solche Feinheiten wie die Differenzierung von Stand-und Spielbein lässt sich der Churer Künstler nicht ein. Immerhinzeigt sich am Gewände noch manches Gemeinsame. Der weiteHalsausschnitt, das Tragen des Obergewandes über dem linkenArm, der enge rechte Unterärmel mit ornamentiertem Streifenam Handgelenk. Und dann die Haltung der Arme und Hände.Die Art wie Buch und Schlüssel in ihnen ruhen. Und die Lageder Schlüssel selbst. Das parallele Nebeneinanderliegen der Schäfte,das Zeigen der Bärte nach entgegengesetzten Richtungen habe ichausser bei diesen zwei nur noch bei einer dritten Petrusfigur fest-stellen können, derjenigen im Tympanon des Baptisteriums vonParma , 2 einem Werke Benedetto Antelamis, eines Meisters, vondessen starker Schulung an dem Arier Prachtbau ich völlig über-zeugt bin.

1 W. Vöge, a. a. O. p. 35.

2 Abgebildet bei Max Gg. Zimmermann, a. a. O. Abb. 42 .