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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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XIII. Jahrhundert* 1 eine Datierung, welche in Anbetracht dessen,dass sich die romanische Kunst in dem entlegenen Alpenbistumenachgewiesenermassen länger erhielt, als in verkehrsreicherenGegenden, wohl unbedenklich angenommen werden kann.

Thatsache ist, dass die vier Statuen sowie die Säulen undLöwen zu den zahlreichen figürlichen und ornamentalen Kapitell-sculpturen im Inneren der Domkirche kaum irgendwelche Bezieh-ungen zeigen, sich vielmehr hinsichtlich der Körperproportionen,Gesicht-, Haar- und Bartbildung, Gewandung und Gefält, sowieder ganzen Technik in der Behandlung des Materials von diesenunterscheiden.

Das einzige den Thorsculpturen vergleichbare Stück unterden Bildwerken des Domes ist die später dort eingefügte Säulein der Mitte der Krypta, welche, viel zu schwach, um wirklichstützen zu können, und, da sich das flache, weitgespannte Ge-wölbe selbst trägt, hierzu auch nicht nötig, dort nur einen deco-rativen Zweck erfüllt. Dieselbe hat einen schlanken, achteckigen,sich nach oben verjüngenden Schaft, welcher von einem Kapitellgekrönt wird, das ähnlichen figürlichen Schmuck, wie zwei derKapitelle am Gitterthor zeigt, vier Gestalten, welche mit erhobenenHänden den Abakus zu stützen und zu tragen scheinen. Nursind es hier bärtige Männer, draussen am Thore aber Engel.Die Basis der Säule lastet auf dem Rücken eines kauernden Männ-leins; dieses, welches die Last unter den Zeichen grösster An-strengung trägt, hockt mit untergeschlagenen Beinen auf einerliegenden Löwengestalt, welche einen Widder unter ihren Tatzenfesthält. Es wird von dieser Säule weiter unten ausführlicher dieRede sein.

Wenn nun auch nicht geleugnet werden kann, dass zahlreicheMotive der romanischen Bildnerei gleichzeitig an räumlich ausser-ordentlich weit von einander entfernten Bauten Vorkommen, so-dass es, um so mehr, als zahlreiche als Bindeglieder dienendeSculpturen untergegangen sind, sehr oft schwer und unmöglicherscheint, Einflüsse festzustellen und zu verfolgen, so muss doch

1 Vergl. Jakob Burckhardt, Beschreibung der Domkirche von Chur.Mitteilungen der antiquar. Gesellschaft in Zürich. Bd. XI, Heft 7, p. 1 55 .Daselbst auch mangelhafte Abbildungen der 4 Figuren.