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2 (1789) Von Erd bis Lin
Entstehung
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wickeln, deren Gewicht mit dem Uebergewichte der Kalkeübereinkömmt, und daß endlich bey jeder Verkalkung eineMenge Luft verschluckt wird, die mit der Menge des erhal-tenen Kalks im Verhältnisse steht. Lavoifter setzte ab.gewogenes Zinn in einer gläsernen verschloßnen Retorte demFeuer aus. Die Verkalkung hörte bald auf, und die Re-torte selbst wog noch soviel, als vorher — ein sicherer Be-weiß, daß der Zuwachs des Gewichts bey dem Kalke nichtvon Feuertheilen herrühre. Als er aber die Spitze der Re-torte abbrach, fuhr die äussere Luft init einem Zischen hin-ein, und obgleich die Retorte ihr voriges Gewicht behaltenhatte, fand sich doch beym Zinne eine Vermehrung dessel-ben. Bayen untersuchte besonders die Quecksilberkalke,und erhielt bey Wiederherstellung derselben allezeit eineMenge lustähnlicher Materie, welche der Menge des redu-cirten Metalls und dem Unterschiede des Gewichts ange-messen war. Beyde Chymiker schließen hieraus sehr rich-tig, daß die Metallkalke durch das Hinzukommen einerGasart an Gewichte zunehmen; sie gehen aber noch vielweiter, schreiben die ganze Ursache der Verkalkung und Re-duction dieser Gasart allein zu, und suchen dadurch dasPhlogiston ganz aus den Erklärungen der Chymie zu ver-bannen , s. phlogiston.

Beh der Verkalkung des Zinns in einer gläsernen Re-torte zeigte die übrigbleibende Luft alle Kennzeichen derphlogtstistreen, führte aber wenig oder gar keine fixeLuft bey sich. Lavsrster kan dieß sehr leicht erklären, danach ihm die unreine Luft einen besonder« von Natur vor-handnen Theil der reftnrabeln ausmachk, welcher nothwen-dig Zurückbleiben muß, wenn der reinere Theil in den Me-tallkalk eingesogen wird. Priestley hingegen war mehrgeneigtzu glauben, daß diePhlogistication der Luft von demdem Metalle entzognen Brennbaren herrühre, und dis beysolchen phlogistischen Processen, gewöhnlich entstehende streLuft dasjenige sey, was in den Kalk übergehe, und dessenGewicht vermehre, wie denn auch das bey der Wiederher-stellung der Kalke entwickelte Gas größtentheils sire Lust ist.