Kal 7H
-er Warme, der die Flüssigkeit bewirkt, nicht so schnellvon dem Körper losgemacht werden, daher die zu Bewir-kung der Ausdünstung nöthige Warme dem Quecksilberdes Thermometers in starkerm Maaße, als dem Wasser,worinn jenes stehet, entzogen wird.
Nach Braun (Xov. Oomm. kewop. No. X. übers,im neuen Hamburgischen Magazin, B. IV. S. Z69. u. f.)und AebarO (Beschäftigungen der berliner naturforsch.Geseklsch. B. k. S. 112. u. f.) ist die Erkaltung des Ther-mometers desto größer, je geschwinder die Verdünstungist; in Oele und saure Spiritus getaucht, zeigt das Ther-mometer gar keine Erkaltung, und in die letztem, wennsie stark sind, vorzüglich in Vikrioloel, getaucht, fängteS in der Lnft sogar an zu steigen, weil diese Spiritus dieFeuchtigkeit aus der Luft an sich ziehen, und sich damiterhitzen.
Unter der Glocke der Luftpumpe fallt das Thermometer,wenn man die Lust ausziehr, um 2- z Grad, kömmt aberbald wieder auf die Temperatur der Atmosphäre zurück,und steigt, wenn man die äussere Lust wieder hinzuläst,noch um 2-z Grade höher. Setzt man unter die Glockeein Gefäß mit Weingeist, und senkt die Kugel des Ther-mometers in denselben ein, so fällt das Quecksilber beymAusziehen der Luft um einige Grade, vorzüglich, wennviel Luft aus dem Weingeist« geht; wenn man alsdann dasThermometer heraus und in den obern Theil der Glockeaufzieht, so fällt es sehr schnell um 8-9 Grade, offenbardarum, weil in der äußerst verdünnten Luft'die Ausdün-stung sehr schnell und stark von statten geht. Hieher ge-hört auch der im ersten Theile dieses Wörterbuchs (S. siz^)erwähnte Versuch des D. Franklin.
Das Anblasen frischer Luft befördert die Ausdünstung,'und vermehrt die dadurch erzeugte Kalte; daher sich HerrAcbard bey seinen neusten Versuchen über das Gefrierendes Quecksilbers nicht blos einer Kälte erregenden Mischungbedient, sondern auch die Wirkung derselben durch die Aus-dünstung des Vitriolaethers verstärkt, und durch beständi-ges Blasen mit einem Blasebälge befördert hat.