Druckschrift 
2 (1789) Von Erd bis Lin
Entstehung
Seite
546
Einzelbild herunterladen
 

Z46 Haa

re hinaus, so daß es von aussen wieder herablaufen könnte, sso kurz auch die Röhre seyn mag.

4. Wenn man ein Haarröhrchen in verschiedne Liquo- ^ren taucht, so steigen sie zwar alle darinn, aber aufver- D

schiedene Höhen. Dabey findet die Regel nicht statt, daß ft

dis schwersten am wenigsten steigen; der leichtere Wein-geist z. B. steigt weniger, als das schwerere Salzwasser. ^

z. Taucht man hingegen das Haarrohr in (IWecstsilrder, so steht dieses darinn niedriger, als von aussen, und ridies um desto mehr, je enger das Haarrohr ist. W

Wenn man diese Erscheinungen mit demjenigen zusam- j,menhalt, was bey dem Worte: Adhäsion im ersten Thei- ^le dieses Wörterbuchs S.4; u. f. gesagt worden ist, so be-greift man ihre Ursache ganz leicht, und die Unmöglichkeit, ^

sie auf eine andere Art zu erklären, zeigt zugleich das wirk- s.,

liche Daseyn eines Anhängers der Körper an einander, ^über dessen Ursache wir weiter keine Erklärung gebenkönnen. §

1. Das Wasser steigt an den Seiten der Glasröhre, ^

wie an den Rändern aller gläsernen Gefäße, darum in die >

Höhe, weil es vom Glase stärker ungezogen wird, als sei- ,ne Theile untereinander selbst Zusammenhängen. Weil nun ^die Röhre eng ist, so stießen diese ringsherum aufgestiegnen ^Wasserberge in einander, und bilden eine ganze Masse, ^

welche wiederum vom Glase stärker angezogen, als von dem .

übrigen Wasser zurückgehalten wird u. s. w., bis endlich das "immer vergrößerte Gewicht der aufgestiegnen Wassersäule '

mit dem Zusammenhänge zugleich der Anziehung des Gla-ses das Gleichgewicht hält. ^

2. Je enger die Röhre ist, desto geringer ist diesesGewicht der Wassersäule, welche von dem Anhängen am

Glase getragen wird, desto größer hingegen die Anzahl der ^

Punkte, womit jede gleich große Wassermasse das Glas "

berührt; desto höher kan also diese Säule werden, ehe dasGleichgewicht erfolgt. Ist der Durchmesser eines Haar- ,

röhrchens doppelt so groß, als der Durchmesser eines an- ^dem, so ist zwar das Gewicht der Wassersäule beo einerley ^

Höhe viermal größer, »nd das Wasser sollte also nur bis ^