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2 (1789) Von Erd bis Lin
Entstehung
Seite
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schiefen Ebne von selbst losreissen und herabstießen, daherdas Ganze nicht eher in Ruhe kömmt, als brs jeine Ober-fläche eine völlig wagrechre Ebne ist. Daß bey den elasti-schen Flüßigkeiten dieses nicht statt finde, fallt von selbstin die Augen.

Descarres sucht das Wesen der stößigen Körper ineiner beständigen inner» Bewegung ihrer Theile; dagegensieht er den Zusammenhang der festen Körper als eine Fal-ze der Ruhe ihrer Theile an; Doerhaave aber hat weitrichtiger das Feuer für die Ursache aller Flüßigkeit gehalten.

Unzählbare Beyspiele belehren uns, daß Festigkeit uni»Flüßigkeit keine wesentlichen Eigenschaften, sondern bloßeZustande der Körper sind. Sehr viele feste Körper werdendurch die Wirkung des Feuers geschmolzen, oder in flüs-sige verwandlet; sehr viele stößige hingegen bringt die Ent-ziehung der Warme zum Gefrieren, d. i- in den festenZustand. Man hat also Gründe genug anzunehmen, daßdie meisten K örper wesentlich weder fest noch flüßig sind, daß sievielmehr nur durch den Ueberfluß der Warmein den stößigenZustand versetzt werden, und daß also das Feuer die Ursa-che ihrer Flüßigkeit ist. Vielleicht bewirkt die Flüßigkeitdurch das Dazwischentreten seiner Theile zwischen die Theileder Körper, wodurch der Zusammenhang der letztem ge-schwächt wird.

Daß das Feuer nicht alle feste Körper flüßig macht,kömmt wohl nur daher, weil es viele derselben eher zersetzt,als schmelzt.

Man unterscheidet Grade der Flüßigkeit. Ein Körperist flüßiger, wenn sich seine Theile leichter trennen, und- beym Ausgießen mehr und kleinere Tropfen bilden. Einstärkerer Grad des Feuers bewirkt unter gleichen Umstän-den auch einen höhern Grad der Flüssigkeit.

Körper, welche sich schon im stößigen Zustande befin-den , können wieder andere feste Körper durch die Auflösungin eben diesen Zustand versetzen. Es giebt Substanzen,welche nicht unmittelbar durchs Feuer, wohl aber durch an-dere Flüßigkeiten stößig werden. So werden die Gummi-erten vom Feuer eher zerstört, als geschmolzen, ob sie sich