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Exp
die wahre und richtige Naturlehre ganz in Experimen-
talphysik besiehe.
Inzwischen erfordert doch der Vortrag der Wissenschaft,besonders auf Akademien, eine Absonderung der Versucheselbst, und der Erklärung dessen, was sich aus denselbendurch Rechnungen, Schlüße, Vergleichungen, Muthmas-sungen u. s. w. herleiten läßt. Beydeö laßt sich in den Vor-lesungen nicht wohl vereinigen, weil die Einschiebung derVersuche in dem Vorträge theils den Zusammenhang zu oftunterbrechen, theils aber auch die nöthige Zubereitung zuden Versuchen unmöglich oder doch höchst beschwerlich ma-chen würde. Daher ist es bey dem Vortrage der Natur-lehre nicht ungewöhnlich, die Experimentalphysik vonder sogenannten dogmatischen oder theoretischen Phy-sik (kbvstcL cloAiuutn-g, rational!, tbsoretica) zu unter-scheiden, obgleich bey einem zweckmäßigen Studium derNaturwissenschaften und bey allen Bemühungen eines Na-turforschers überhaupt, beyde unzertrennlich verbunden blei-ben müssen, da die Erfahrung nicht allein den Grund allerBerechnungen und Schlüße ausmachen, sondern auch füralle daraus gefundene Resultate wiederum zur Probe dienenmuß. Auch würde eine dogmatische Physik ohne Erfah-rungen nichts, als leere Träume, und eine Experimental-physik ohne alle Schlüße lauter unfruchtbare Spielereyenenthalten.
Es sind daher die dogmatische und die Experimental-physik keine eignen und abgesonderten Theile der Naturleh-re ; sie unterscheiden sich vielmehr nur in Absicht auf Me-thode und Vortrag. Bey der dogmatischen setzt man dieResultate der Versuche als bekannt voraus, oder begnügtsich damit, sie historisch anzuführen; bey der Experimen-talphysik hingegen macht man die Kennkniß und Behand-lung der Werkzeuge nebst der Anstellung der Versuche selbstzur Hauptabsicht, und bleibt bey den unmittelbaren Folgenund Resultaten derselben stehen. Die besten und vollstän-digsten Lehrbücher sind freylich diejenigen, die im gehörigenVerhältnis und in einer bequemen Ordnung bcydes ver-binden.
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