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tius (Vit. kklilolopirorurn O. IX.) der Erde die Gestalt ei-ner Walze, d. i. einer platten Scheibe, bey, welcher Mei-nung die Kirchenväter großentheils beygetreten sind; De-mokrit hingegen gab ihr die Figur eines Kahns oder Schif-fes, welches auch die Meinung der Chaldäer gewesen seynsoll. Doch haben die meisten und angesehensten Weltwei-ten Griechenlands, Thales, Anaximander, parmeni-des, Epikur und Pythagoras bereits die richtige Mei-nung von der Kugelgestalt der Erde angenommen.
Aristoteles (Oe coelo O II. e. g.) versucht sogar einenBeweis dieser kugelähnlichen Gestalt aus bloßen Vernunft-schlüssen zu geben. Da das Wasser, sagt er, allezeit dieniedrigste, d. i. die dem Mittelpunkte der Erde nächste,Stelle sucht, so kan es in keinem Theile des Meeres höheroder vom Mittelpunkte entfernter, als in dem andern, ste-hen ; es würde sonst von den hohem Theilen ab und so langegegen die niedrigem fließen, bis es überall eine gleiche Höhe,d. i. einen gleichen Abstand vom Mittelpunkte erlangt hätte.So folgt, daß alle Stellen des Meeres von einem gemein-schaftlichen Mittelpunkte gleich weit abstehen, welches beykeinem andern Körper, als bey einem kugelähulrchen, gedachtwerden kan. Offenbar enthält dieser vermeinte Beweis eineVoraussetzung dessen, was zu erweisen war, daß es nem-lich einen Mittelpunkt gebe; die Vertheidiger der plattenGestalt würden dies nicht einräumen, sondern die Rich-tungslinien, nach welchen die flüßigen Körper sinken, über-all für gleichlaufend annehmen. Inzwischen haben dochauch Aiccioli und Snellius (kwatolibeneL Latavus O I.c. 2.) diesen Beweis ausgenommen, und ihn auf den Satzdes Arcbimedes (Oe inlicientibun kminiäo O I. prop. 2.),daß die Oberfläche des Wassers eine kugelrunde Gestalt an-nehme, gegründet.
Den einleuchtendsten Beweis von der Kugelgestalt derErde geben die Mondfinsternisse. Da es bey einiger Auf-merksamkeit auf den Himmel gar bald in die Augen fällt,daß das, was den Vollmond verdunkelt, nichts anders alsder Schatten sey, den die Erde der Sonne gegen über aufdenselben hinwirfr, und da die Grenzen dieses Schattens