2Z2 Bäd
rinde, welches die warmen Bader mehrentheils thun. Jeheißer das Wasser ist, desto brauner und harter wird dieseRinde. Eine Meile von der Stadt bey Altsattel, woman häufig Kieße fördert, wird Schwefel, Vitriol, undvor diesem Alaun, bereitet; man findet in der Gegendauch Steinkohlen, und da, wo die warmen Quellen ent-springen, Dunstlöcher, oder Oefnungen, aus welchen er-stickende Schwefeldampfe Hervordringen.
In den Aachner Badern ist der Rückstand verschie-dener zusammengeleiteter Wasser 20 — 24 Gran auf einPfund. Er besteht aus einem besondern Alkali, welchesin der Hitze verflieget, und nicht einmal Schwefel auflöset.Dies macht ohngefähr den halben Gehalt aus, der Restist Kochsalz und Kalk. So sehr dieses Wasser nachCchwefelleber riecht und schmeckt, so hat man doch nochkeinen Schwefel aus demselben ziehen können. Auf demWasser selbst aber setzt sich Schwefel an den Stellen, wosich eine Steinrinde angelegt hat. Dieser ist anfangsweich, wird aber mit der Zeit hart, und bildet sich zuschiefrigen bis 1^ sin. dicken Schichten. Um Aachen fin-det man häufig Steinkohlen, auch Galmey und Eisenerz.Das warme Wasser ist seifenartig und wird mit Vortheilzum Waschen gebraucht.
Die Aachner Wasser sind so heiß, daß sie auf 12(im Kaysersbade wohl r; bis 18) Stunden lang stehenmüssen, ehe sie gebraucht werden. Diese Hitze beträgtZ2—56 Grad nach Reaumür. Man findet an andernOrten heiße Quellen fast bis zur Hitze des Siedpunkts.
Die gewöhnlichsten in den warmen Badern enthal-tenen Materien sind saugensalz oder alkalische Erde, Glau-bersalz, Kochsalz, Selenit, Kalk oder weiße Magnesia,auch zuweilen Eisen. Die schwefelartigen, welche wieSchwefelleber riechen und das Silber schwarz machen, sinddie sonderbarsten. Das Wasser von Bath in Englandsoll Alaun halten. Die seifenartigen Bäder führen einefeine Thonmaterie. Anweisungen zur chymischen Unter-strchung der Bader und mineralischen Wasser überhauptgeben Bergmann (Oe anZI^li g^uarum in s. Sammlung