Druckschrift 
3 (1825)
Seite
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Freunde Trost und Hilfe bringen; und obgleich ichsein pochendes Herz in meine Arme aufnehmen wollte,so war es unnütz, denn er war schon verschieden; ichwollte ihn wenigstens begraben, deswegen suchte ichihm mit Gewalt den Degen aus der Hand zu winden,und hierüber wurde ich ergriffen. Das ist die reineWahrheit. Bei dem allen könnt Ihr über mich verfü-gen, wie Ihr wollt; Leben und Tod gelten mir eins,wenn nur beides unschuldig ist.

In eben dieser Zeit erschien eine weisse Taube inder Luft, und schwebte in weiten Kreisen über , derVersammlung, alle sahen ihr nach und bemerkten, daßsie schnell aufMiseno's Haupt eine weisse Lilie her-abfallen ließ, und sich dann wieder in die Wolken er-hob. Da riefen die Türken einstimmig, Misenosep unschuldig. Hierauf forderten sie ihn auf, denMörder anzugeben, da er doch bei dem Kampfe zuge-gen gewesen. Aber der Bischof sagte ohne Rückhalt,es sey der Graf von Mähren gewesen, und dieser seyschon zu weit, um erreicht werden zu können. Hier-auf bat er, man solle Miseno frei lassen, welchesgleich geschah; und dieser sollte ihn zur Efigeniaführen, welche verborgen und eingeschlossen, abwech-selnd fürchtete und hoffte, und zuweilen ihr Herz ver-trauuugsvvll zum Himmel erhob, dann aber wieder,bei der Schwäche ihres Geschlechts, muthlos zurücksank.

Indessen traten der Bischof und Miseno in ihreWohnung. Efigenia sah auf, aber sie traute ihren