schwer, niedergeschlagen und muthlos, daß er sichselbst nicht mehr kannte. Sein Geist sähe nur traurigeDinge, und als wäre er halb stumpf, wußte er nichtmehr zu urtheilen, und nachzudenken. Alles war beiihm Finsterniß, Dunkelheit und Nacht; und es warin seiner Seele, als ob gewisse Bewegungen der Ver-zweiflung wieder anfiengen ihr Haupt zu erheben;aber da sie nicht deutlich zu erscheinen wagten, so weck-ten sie in seiner Einbildungskraft die ungeheuersten,quälendsten Gedanken. Das ahnende Herz klopfteihm ungewöhnlich heftig, das Blut kochte, das Ge-müth wurde ängstlich, und die Gestalt des Grafenzeigte sich Miseno in seiner Vorstellung unter demschrecklichsten Bilde.
Als der Held in dieser Stimmung war, kam derGraf mit Neukasis an; vbschon sehr verändert,war er doch heiter, ruhig und zufrieden. Wie einsiegreicher, triumphirender General, welcher einenseltnen und unerwarteten Sieg gewonnen hat, undweil er die Freude nicht unterdrücken kann, worinsein Herz schwimmt, fröhlich und zufrieden sich selbstnicht fassen kann; so auch der Graf. Er wollte demMiseno den Beweggrund seiner Verzögerung sagen;aber er konnte es nicht hervorbringen. Leicht in allenseinen Bewegungen und Reden, unruhig und unbe-ständig, lachte er ohne Ursache, sprach ohne Plan,und hatte alle Augenblicke andere Gedanken. Neuka-sis, das Echo aller seiner Worte, und der Spiegel