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3 (1825)
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de'r'Wahrheit lebte und stark. Das sprach Misenomit einer so ruhigen und zugleich so heitern Miene,daß Alle sich höchst verwunderten.

Neukasis, betroffen, blaß und zitternd, wolltesich wegbegeben; allein die Wache hielt ihn zurück, undder Kaiser, der die Bewegungen seiner Seele erstickte,sprach mit gebietendem Tone: Nicht von hier, bis IhrMifeno geantwortet habt.

Verwirrung lähmte dem Neukasis die Zunge.Der Kaiser, ungewiß, fürchtete bald noch die Ver-schwörung, bald Bosheit und Betrug. Auf den Ge-sichtern des Neukasis, Aymar und Miseuo be-merkte man eine merkwürdige Verschiedenheit. Neu-kasis, als Ankläger, war blaß, zitternd und schwan-kend; Aymar so zornig, daß er kaum seinen Unwil-len und seine Rache unterdrücken konnte. Aber Mi-seno sah mit ruhigem, heiterm Gesichte seinen Gefähr-ten so sehr beunruhigt, und sprach mit heldenmüthi-gem Tone zu ihm: Denkt nicht, mein Freund, daßdieser Richterstuhl der höchste ist, und sein Urtheils-sprach unwiderrufliche Wirkungen hervorbringe. Nichtvon dem Urtheile der Menschen hängt unser Glück ab.Höchstens kann sich ihre Macht oder Bosheit auf unserLeben ausdehnen. Das müssen wir mit Geduld ertra-gen, und uns auf den Richterstuhl der Wahrheitberufen, wo man mit ewigem unveränderlichemAusspruche den Heldenmuth erkennen wird, womitwir die Bosheit unserer falschen Freunde ertragen.