Druckschrift 
3 (1825)
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

60

Beule in der Schlinge gefangen sicht, und che sie durch«bricht und davon lauft, ihr mehrere Streiche versetzt,bis sie sich ganz ergiebt; so schilderte Neukasis dieUnverschämtheit dieses Mannes, die Sklaverei, woriner ihn hielte, und wie unanständig cs für ihn wäre,einen Hofmeister zur Seite zu haben, als wenn er seinZögling wäre. Seine strenge Philosophie wäre wohldazu geeignet, um in der ländlichen Einsamkeit Jeman-den zu trösten, den das feindliche Geschick verfolgte,nicht aber einen Ritter, dem königliches Blut, einblühendes Alter, und die Gaben der Natur zu allenEhrenstellen und Ergötzlichkeitcn der Welt berechtigten;er dürfe gar kein Bedenken tragen, Miseno im Ker-ker stecken zu lassen, da dieser doch überall sein Para-dies fände; der Gesandte wäre ein Mann, welchemder Graf gar keine Verbindlichkeit schuldig wäre, und«s wäre hart, sich selbst für Andere aufopsern zumüssen.

Wann sah man je, sagte er, daß um einen Zep,ter zu gewinnen, die Fürsten so bedenklich gewesen wä-ren. Kaum sahen selbst die ehrbarsten und menschlich,sten, daß, wenn auch nur von ferne, das Glück ih-nen winkte, so bedachten sie sich nicht, um auf denThron zu kommen, Gerechtigkeit, Blut und selbst dieMenschlichkeit unter die Füße zu treten. Wie oft sahman bloß deßwegen die Flüsse mit Blut gefärbt, dieFelder mit Leichen übcrsäct, und das Feuer des Krie-ges lodern zwischen Vater und Söhnen, zwischen Brü«