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in einen Tummelplatz ausarten lassen, auf dem die Unruhe.und der Muthwille ihr zügelloses Wesen treiben, und aufdem deshalb weder daß Lehren und Lernen gehörig vonstatten gehen, noch ihr Geist und Gemüth gedeihenkann.
Ein Schullehrer, der von seinem Examinator gefragtwurde, wie man am zweckmäßigsten di« erforderliche Stilleunter den Schülern in der Schule erhalten könne, ant-wortete: man müsse ihnen recht viele Fragen (aus demHcidelbergischen Catechismus ncmlich) zu lernen aufge-ben ! ?
Und einer der geistreichsten Schriftsteller unserer Na-tion sagt dagegen in einer Instruction für einen Hofmei-ster: „Abscheulich ists, daß auch schon unsre Kinderlesenund sitzen und den Steiß zur Unterlage und Basts ih-rer Bildung machen sollen. Das belehrende Buch ersetztihnen den Lehrer nicht, das belustigende Buch das ge-lindere Spielen nicht.— Wir Erwachsenen standen denabscheulichen Schulzwang unserer Descenden; keine Wocheaus, so vernünftig wir sind; gleichwohl muthen wir esihren mit Ameisen gefüllten Adern zu."
Wie weit in einer sehr frequenten Schule die Freyheikgehen dürfe, welche der Lehrer dem Thätigkeitstriebe -erKinder zu lassen hat, das lehrt ihn in jedem einzelnenFalle die Erfahrung gleich auf der Stelle. So viel istgewiß, wenn in einer Schule Lehren und Lernen gedeihensoll, so muß eine zum Aufmerken, Denken und Lerneneinladende Stille in der Schule herrschen. Aber es istauch gewiß, daß eine harte und herbe Schulzucht denKindern die schönsten Tage ihres Frühlings verkümmertund ihnen für die Zukunft in das Andenken an Schuleund Lehrer das Gefühl der Wehmuth und der Bitterkeitmischt.