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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
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aber man wünsche, daß derselbe geringere Forderungen mache. Diesererwiderte, daß es einem apostolischen Vicar von Norddeutschland unmög-lich sei, die Absichten der Congregation zu erreichen, wenn er nicht denAufwand mache, wie er es gethan. Das müsse die Congregation dochendlich begreifen; ohne dies sei alles Disputiren vergeblich, und dannsetz es absolut nothwendig, daß ihm die Selzer Propstei endlich über-geben werde, da die Congregation die nothwendigeu Ausgaben nichtmachen könne. Sie möge deshalb den heiligen Vater bestimmen, daß erdie Herausgabe der Propstei von den Straßburger Jesuiten erwirke.Derselbe möge mit Frankreich und den deutschen Fürsten verhandeln, daßihm die propsteilichen Einkünfte zuflösfen. Sei das unmöglich, so mögeman ihm ein Aequivalent durch ein anderes Beneficium verschaffen. AnBeneficien fehle es ja nicht. Der Bischof wolle gern nach Hannoverzurückkehren, aber ohne Brod könne er sich dahin nicht einschiffen. Er-hübe kein Verlangen dahin aus Ehrgeiz, aber aus Eifer für die Religionwolle er noch einmal die Alpen übersteigen. Er wolle auch der Congre-gation in blindem Gehorsam folgen, aber die Vorkommnisse in Hannoverlieferten den Beweis, daß es nicht leicht sei, dort die katholische Sacheaufrecht zu erhalten. Wiederholt versuchte auch jetzt noch die Congrega-tion, einen andern deutschen Prälaten zum apostolischen Vicar zu ernennen.Auf Vorschlag des Cardinals von Schönburg wurde das Amt demSpeier'schen Domherrn von Twickel angeboren. Aber dieser lehnte ab.Man ließ in London von neuem sondiren, ob nicht ein Anderer in Han-nover zugelassen würde, als der Bischof von Spiga. Im Jahre l724versicherte von Bothmar demselben fast in jedem Briefe, daß dies ver-geblich sei, man möge den König in Ruhe lassen, nur aus persönlicherRücksicht auf Steffani gestatte er ihm, daß er in Hannover die katho-lische Kirche regiere. So wurde auch dem Marquis de Nomis nach Romgeschrieben (Juli 1724). Dagegen stoffen die Briefe der Minister übervon Freude, als sie vernahmen, daß der Bischof nach Hannover zurück-kehre. Gerade in dieser Zeit war der König für ihn wegen der SelzerPropstci besonders thätig, und durch die katholischen Gesandten suchtendie Minister seine Rückkehr in Rom zu beschleunigen. Sie sorgten sogardafür, daß ihm seine Wohnung in einem der geistlichen Häuser bereitetwurde. Als in dieser Hinsicht die Missionare nicht ganz dem Bischofzu Willen waren, ernteten sie kein Wohlwollen bei den Ministern, so daßeinige glaubten, sie seien deshalb ausgewiesen. Das war dem Bischofnicht lieb. Die Regierung war ihm auch hierin willfährig und erließ(7. April 1725) sogar ein Decret, worin gesagt wurde, daß dies derWahrheit nicht entspreche *). Anfangs 1725 bot die Congregation der

Das. Teeret vom 7. April 1725: „Man hat sehr mißfällig vernommen, was-maaßen nach Köln und Rom geschrieben, daß der Bischof von Spiga und dessen hiesige