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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
Entstehung
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halten und die Katholiken regieren könne. Die Feder sei nicht sparsammit Dankbezeugungen, schließe alle Ehrsucht bei Ihrer Rückkehr aus, undschlage diese vor als ein Opfer, das Sie auf sich zu nehmen bereit seien,wenn nur Ihre Ehre und die des heiligen Stuhles dabei gewahrt werde,die aber durch Ihre nicht bezahlten Schulden Gefahr laufe.

Die Schulden waren nicht gering. Immer von neuem bewies Steffaniin Rom mit denselben die Nothwendigkeit, daß ihm die Gefälle der ihmverliehenen Propstei Selz überwiesen und den Straßburger Jesuiten ent-zogen würden, wozu jedoch der Papst selbst nicht im Stande war, dasie zumeist auf französischem Gebiet lagen und von dem König von Frank-reich für die Jesuiten eingezogen wurden.

Inzwischen war Steffani in aller Form von dem Vicariat ent-bunden worden. Und nun machte Majus alle Anstrengungen, umdie Geschäfte desselben in Händen zu behalten. Er fuhr fort, den Mar-quis de Nomis für die Wirren in Hannover verantwortlich zu machen;er schrieb mit Umgehung des Nuntius direct an die Propaganda,worüber der letztere unzufrieden wurde. Als im Juli 1722 ein neuerMissionar von Prag nach Hannover gesandt werden sollte, mußte derNuntius den Bischof bitten, daß er ihm die Anstellung ausstelle, die derNuntius bestätigen wollte, damit er nur überhaupt in Hannover zuge-lassen werde. Der Marquis de Nomis, welcher Vorschüsse an die Missiongeleistet hatte, drohte, daß er das Missionshaus verkaufen lassen werde,um seine Forderungen einzutreiben, weil er von seinen Feinden unterden hannoverschen Katholiken angegriffen wurde. Dann gab er dieAbsicht kund, von der Sache der Mission sich gänzlich zurückzuziehen,und der Nuntius mußte, um dies und jenes zu verhüten, die Hülfe desBischofs anrufen. Im Januar 1724 wurden dem Marquis durch diePropaganda dessen Vorschüsse zurückgezahlt. Im März hatte auch erHannover verlassen und war in Italien.

Die Verwirrung in der Gemeinde zu Hannover wuchs dadurch nurum so mehr. Der Wechsel der Missionare, die Uneinigkeit der Franzosen,Italiener und Deutschen unter einander, die Anfeindungen von Außen,alles dies trug nicht dazu bei, Friede und Gedeihen in sie zu bringen.Weder der Kölner Nuntius, noch die Propaganda noch der Wiener Hofkonnten helfen. Im December 1724 ergingen directe Befehle des Königsan seine hannoversche Regierung, „die Nothdurft dagegen zu kehren,"daß der Nuntius keine Geistliche nach Hannover sende, und nicht „da-selbst geistlicher Auctorität, Jurisdiction und Function sich anmaße" ^).Aus der Gemeinde selbst hörten die klagenden Stimmen über des Bi-

H. St.-A. a. a. O. Bothmar's Korrespondenz.