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legung der protestantischen Religionsbeschwerden, Anerkennung des preußi-schen Königthums erfüllt würden, solle des apostolischen Vicars Thätig-keit weiter übersehen werden. „Die ganze Sache hängt einzig von Romab," schrieb er deshalb an Johann Wilhelm (2. Januar 1712); „wennman dort thut, was ich verlangt habe, wird der apostolische Vicar indiesen Ländern nicht viel weniger thun, als ein Bischof in seiner Diö-cese, und das zum größten Tröste von so vielen Tausenden katholischerSeelen, die daselbst verlassen leben, zu unendlichem Vortheil der Reli-gion, die sich bedeutend ausbreiten wird. Was ich verlangt habe, ist soleicht, daß wir, wenn es nicht geschieht, die Gerechtigkeit Gottes anbetenmüssen, der da will, daß wir in Berlin das Entgegenkommen finden, inRom die Schwierigkeit." Dem Herrn von Printz übersandte der Bischofin der That abschriftlich sein Ernennungsbreve. Was darin Anstoßerregen würde, meinte er, sei seine Abhängigkeit von der Kölner Nun-tiatur. Dem Minister sagte er, das sei eine bloße Formalität, in derThat habe es nichts zu bedeuten. Mit höchster Ungeduld wartete erauf die Entscheidung von Rom, die nicht kommen wollte, obschon dieErfüllung seiner Vorschläge, wie er meinte, nichts kosteten, als ein StückPapier. Johann Wilhelm, der in Rom seine Anträge unterstützte, suchteihn zu ermuthigen mit Nachrichten von dort, die des Bischofs Lob überseine Thätigkeit im Vicariat enthielten. Allein das war ihm gleichgültig.„Ich bin in der größten Verlegenheit von der Welt," schrieb er dem Erzbischofvon Mainz, „denn ich habe die besten Briefe von den Ministern zu Ber-lin, aber was soll ich machen? Wenn ich nicht antworte, werden dieGeister kalt in der Sache; will ich antworten, so weiß ich nicht wie. Ichbin vollständig überzeugt, daß die Protestanten mich nicht hindern werden,meinen Weg zu gehen, aber Rom hält mich zurück. Demjenigen, dermir die angenehme Nachricht brächte, daß ich ruhig gehen könnte, ummeinen Kohl zu pflanzen, gäbe ich gern meinen besten Fingerring, dennman lasset Muth und Arme sinken. Ich bin in einer Aufregung sondergleichen und in unaussprechlicher Verzweiflung. Wer mag sich untersolchen Verhältnissen in Religionssachen mischen!"
Der Kurfürst Johann Wilhelm empfing inzwischen einen Brief vondem Minister von Printz in der Sache. Die freie Ausübung des aposto-lischen Vicariats knüpfte derselbe von neuem besonders an die Rö-mische Anerkennung des preußischen Königthums. Das sei,meinte Steffani, eine Unmöglichkeit, weil der deutsche Ritterorden seineAnsprüche auf Preußen nicht aufgebe. Deshalb aber fühle sich der Königund seine Nachkommen nicht sicher in dessen Besitze, weil unter anderenConjuncturen die Ansprüche der Kirche Macht gewinnen könnten. DieMöglichkeit der Anerkennung sei gleichwohl in Ueberlegung zu ziehen,